Er ist prorussisch, antieuropäisch, nationalistisch: Milos Zeman, seit 2013 Präsident der Tschechen, will es noch mal wissen. Die erste Runde der Präsidentschaftswahlen hatte der Amtsinhaber für sich entschieden, jedoch ohne absolute Mehrheit. Jetzt will er auch die Stichwahl gewinnen. Sein Gegenspieler: Jiri Drahos: Chemiker, parteilos, ehemaliger Vorsitzender der Akademie der Wissenschaften, proeuropäisch, intellektuell und urban. Er spricht sich für die Aufnahme von Flüchtlingen aus im Gegensatz zu Zeman, der für eine rigide Migrationspolitik steht. Wer die Wahl für sich entscheidet, ist offen. Qua Verfassung ist das Amt des Präsidenten nur repräsentativ, aber de facto kann es kein Regierungschef mit seiner Machtfülle aufnehmen. Einige europäische Regierungschefs werden sich freuen, wenn Zeman, der sich selbst als "tschechischen Trump" bezeichnet, die Wahl gewinnt. Nämlich die, die sich in der EU als Gegenpol zu den Europaplänen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und vor allem zur Flüchtlingspolitik von Angela Merkel sehen.

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