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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Pollatscheks Kanon: Per Anhalter durch die Galaxis

Nele Pollatschek Douglas Adams Per Anhalter durch die Galaxis

"Falls Sie gerade auch öfter mit der Angst kämpfen, dann empfehle ich Ihnen Douglas Adams "Per Anhalter durch die Galaxis" – falls Sie gerade nicht öfter mit der Angst kämpfen, dann empfehle ich Ihnen einen Neurologen," meint Nele Pollatschek und schultert ihr Handtuch.

Als ich gestern Morgen aufwachte, hatte ich ein unangenehmes Gefühl im Brustkorb, eine Nervosität, keine besonders schlimme, eher ein sehr leichtes Unvermögen, nicht schreiend im Kreis zu rennen. Vielleicht liegt es am unregelmäßigen Schlafverhalten, oder daran, dass ich zu viel Zeit im Internet verbringe, oder, ich weiß nicht, an einer gottverdammten globalen Pandemie. Falls Sie gerade auch öfter mit der Angst kämpfen, dann empfehle ich Ihnen Douglas Adams Per Anhalter durch die Galaxis – falls Sie gerade nicht öfter mit der Angst kämpfen, dann empfehle ich Ihnen einen Neurologen.

Beginnt mit dem Weltuntergang und steigert sich dann langsam

Per Anhalter durch die Galaxis ist eine wahnsinnig komische Buchreihe über den Weltuntergang. Zumindest beginnt die Trilogie in fünf Teilen mit dem Weltuntergang und sie endet mit dem Weltuntergang, dazwischen geht auch mal was schief. Beim ersten Mal wird die Erde von den außerirdischen Vogonen demoliert, ganz planmäßig, angeblich um Platz für eine galaktische Umgehungsstraße zu schaffen. Diese Zerstörung der Erde ist aber nur der Anfang, eigentlich geht es um die Irrfahrten von Arthur Dent, einem Durchschnittsengländer, seinen Freund Ford Prefect, einen Durchschnitts-Betelgeusianer und intergalaktischen Anhalter, um den zweiköpfigen Meisterdieb, Narzissten und zwischenzeitlichen galaktischen Präsidenten Zaphod Beeblebrox, um das Raumschiff "Herz aus Gold" und seinen Unwahrscheinlichkeitsantrieb und um Marvin, den Paranoiden Androiden, der eigentlich depressiv und auf Grund seines planetengroßen Hirns vom Universum echt gelangweilt ist. Und es geht um ein Buch, den namensgebenden Reiseführer "Per Anhalter durch die Galaxis". Dieser Reiseführer ist auf der Erde zwar unbekannt, im Rest der Galaxis aber sogar noch erfolgreicher als das Standardnachschlagewerk "Encyclopedia Galactica", was, so heißt es, zwei Gründe hat "erstens, er ist ein bisschen billiger, und zweitens stehen auf seinem Umschlag in großen, freundlich Buchstaben die Worte KEINE PANIK".

Per Anhalter durch die Galaxis

Mit Hilfe dieses Buches reisen Arthur Dent und Ford Prefect per Anhalter durch die Galaxis, es passieren Dinge und noch mehr Dinge, die sich kaum wiedergeben lassen, sie sind einfach zu absurd. Die Handlung ist aber auch irgendwie nebensächlich, denn genau wie das Raumschiff "Herz aus Gold" wird auch die gesamte Buchreihe von Unwahrscheinlichkeiten angetrieben, was bedeutet, von Ideen.

Unerschöpflicher Zitatenschatz

Wer "Per Anhalter" einmal gelesen hat, hat einen unerschöpflichen Schatz aus Zitaten und Referenzen und einen Freund fürs Leben, nicht so sehr in den Figuren, denn auch die dienen eher als Projektionsfläche, sondern in der schieren Menge an völlig überdrehten, schillernden, fantastischen Gedanken, die man danach immer bei sich hat, so wie ein guter galaktischer Anhalter ein Handtuch. Per Anhalter durch die Galaxis tröstet nicht weil es irgendwie optimistisch ist – wie gesagt, es geht um Weltuntergang, Depressionen und ach ja Weltuntergang – sondern weil es alle ängstlichen Gedanken durch viel faszinierende, abstrusere, komische, schlichtweg bessere Gedanken ersetzt. Und weil es lehrt, dass man in diesem Universum eigentlich nur zwei Dinge braucht: Ein Handtuch und keine Panik. Tatsächlich. Keine Panik.

Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis

als Buch bei "Kein & Aber" (12 Euro)
als Hörbuch bei "Der Hörverlag" (20,95 Euro unverbindliche Preisempfehlung)

Von Nele Pollatschek gibt es während der Corona-Krise täglich "Ein Quarantänchen Trost"

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 22.4.2020. 8:30 Uhr

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