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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wie man heute europäisch auf Schubert schaut - Jan Schumacher im Gespräch

Camerata Musica Limburg u. Jan Schumacher

Limburg ist quasi das Mekka der Männerchorszene in Deutschland. Die Camerata Musica Limburg hat eine Schubert-CD eingesungen, die neue Perspektiven auf den bekannten Komponisten eröffnen möchte. Wie das funktioniert, und was dem Vokalensemble dabei besonders wichtig war, verrät der Chorleiter der ersten Stunde, Jan Schumacher.

Das hat nicht zuletzt mit der Tradition und hervorragenden Arbeit der Limburger Domsingknaben zu tun, aus dem schon so manches Ensemble hervorgegangen ist. So auch die Camerata Musica Limburg. Zum 20-jährigen Jubiläum hat das Männervokalensemble gerade ein ganz besonderes Projekt fertig gestellt: eine sechsteilige Reihe gesamter Werke für Männerchor von Franz Schubert. Jetzt ist der sechste und letzte Teil erschienen: "Perspektive Schubert". Schubert-Lieder für Männerchor treffen da auf Werke, die zeitgenössische Komponisten extra für das Projekt geschaffen haben.

Camerata Musica Limburg - Jan Schumacher

Jan Schumacher ist von Anfang an als Chorleiter der Camerata Musica Limburg dabei, zudem Universitätsmusikdirektor an der Goethe-Universität Frankfurt und Dozent für Chorleitung an der Darmstädter Akademie für Tonkunst.

hr2-kultur: Sie waren selbst Limburger Domsingknabe, haben sich dann mit anderen Knaben zusammen getan. Hätten Sie sich damals träumen lassen, dass ihr Chor mal so erfolgreich werden würde?

Jan Schumacher: "Naja, man hat es vielleicht gehofft. Aber man weiß ja nie, was passiert. Wir haben uns damals in der Tradition dieser Vokalensembles in Limburg gegründet, weil wir gesagt haben: das wollen wir auch machen! Einerseits auf hohem Niveau musizieren und andererseits auch diese freundschaftliche Verbindung, die man durch eine gemeinsame Zeit im Knabenchor hat, aufrecht erhalten. Das sollte man als Beweggrund nie vergessen! Und ich denke, das hört man bei uns auch, dass wir uns schon lange kennen und gut verstehen."

CD-Tipp - Camerata Musica Limburg - Perspectives on Schubert

Das aktuelle Album "Perspektive Schubert" präsentiert zeitgenössische Lieder für Männerchor, die im Spiegel von Schuberts Schaffen entstanden sind. Wie kam’s zu der Idee?

Jan Schumacher: "Wir waren drei Mal zur renommierten Schubertiade in Schwarzenberg und Hohenems eingeladen. Für Männerchöre ist das eigentlich ungewöhnlich, da werden eher Solisten und Kammermusiker eingeladen. Und dann haben wir gedacht: warum mal nicht schauen, was der Schubert so insgesamt alles für Chöre geschrieben hat. Wir hätten vielleicht erstmal schauen sollen, wie viel das ist. Denn es wurde zu einem sehr umfangreichen Projekt und hat uns mehrere Jahre in Anspruch genommen."

Dabei sind viele Namen der zeitgenössischen Komponisten, die Sie mit eigenen Werken zur Auseinandersetzung mit Schubert beauftragt haben, nicht so bekannt: Marten Jansson, Alwin Schronen, Nicola Campogrande, Christopher Tarnow u.v.a. Warum haben Sie ausgerechnet diese Komponisten ausgewählt?

Jan Schumacher: "Das waren in erster Linie Komponisten, die uns als Ensemble persönlich bekannt waren. Ich habe auch versucht, eine etwas europäische Sicht auf Schubert zu bekommen: ein Schwede hat was geschrieben, ein Spanier, ein Italiener. Und was ich toll fand: wie kreativ die Komponisten geworden sind. Einer hat einen Tagebucheintrag vertont, ein anderer hat einen Satz aus einem Brief als Ausgangspunkt genommen usw. Das war toll, wie sehr sich die Komponisten darauf eingelassen haben! So ist eine ganz vielfältige und bunte CD entstanden, die wirklich einen tollen Schlusspunkt setzt unter dieses große Projekt."

Sendung: hr2-kultur, Klassikzeit, 27.8.2019, 11:30 Uhr

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