Gut informiert mit dem aktuellen Kulturgespräch und entspannter Musik durch den Nachmittag.

Das kunstseidene Berlin - im Gespräch mit Michael Bienert
Mit Romanen über junge, selbstbewusste Frauen, die in der Weimarer Republik ihren Weg suchen, machte Irmgard Keun im Berlin der Weltwirtschaftskrise Furore. Die Nationalsozialisten verboten ihre Bücher und vertrieben sie ins Exil. Heute zählt ihr Roman "Das kunstseidene Mädchen" zu den Klassikern der Berlin-Literatur. Mit großem Sprachwitz schildert der Roman die Odyssee der minderjährigen Doris durch Bars und Betten, Mietskasernen und Luxuswohnungen, Kinos und Bahnhofswartesäle. Der Germanist und Städteführer Michael Bienert hat in seinem Buch "Das kunstseidene Berlin" alle Schauplätze des Romans mit Fotos, Adressen und Dokumenten zusammengestellt. In den Blick kommen so auch die Kindheitsorte Irmgard Keuns, die in Charlottenburg geboren wurde und in Wilmersdorf zur Schule ging, ehe die Familie nach Köln umzog. Erzählt wird, wie Keun 1931 in Berlin einen Verlag fand, wie sie sich 1933 in einen "nichtarischen" Charité-Arzt verliebte und versuchte, als unerwünschte Autorin im nationalsozialistischen Deutschland zu überleben. Wir sprechen mit Michael Bienert über eine herausragende Autorin der Moderne, das Berlin der Kaiserzeit, der Weimarer Republik, der NS-Zeit und der frühen DDR-Jahre - ab 17:15 Uhr in hr2-kultur am Nachmittag.

Sendung: hr2-kultur, "Am Nachmittag", 20.01.2021, 15:05 - 18:00 Uhr.

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