Seit 1951 vergibt die Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis. Gottfried Benn hat ihn bekommen, Erich Kästner, Günther Grass … Die Reihe der männlichen Schriftstellernamen in der Preisträgerliste ist lang. Allerdings waren es in 70 Jahren nur 11 Frauen, die den Preis entgegennehmen durften. In den Archivschätzen stellen wir heute die Stimmen der Büchnerpreisträgerinnen in den Mittelpunkt: von Marie Luise Kaschnitz bis Elke Erb.

Benannt ist der bedeutendste Preis für deutschsprachige Literatur nach dem Revolutionär und Schriftsteller Georg Büchner. Ursprünglich 1923 vom Landtag des Volkstaates Hessen gestiftet, wurde er bis 1950 an Künstler*innen vergeben, die mit Hessen verbunden waren. Zu den Preisträgern gehörten Schauspieler und Sänger, bildende Künstler und Dichter, darunter auch zwei Autorinnen: Anna Seghers und Elisabeth Langgässer. 1951 erfolgte die Umwandlung des Preises in einen allgemeinen Literaturpreis, der jährlich von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung im Rahmen ihrer Herbsttagung in Darmstadt verliehen wird.

Die Auszeichnung geht an Autor*innen, die sich durch ihre Arbeit um die deutsche Literatur verdient gemacht haben. Als erste Schriftstellerin erhielt 1955 Marie Luise Kaschnitz den Preis, nach ihr wurden Ingeborg Bachmann, Christa Wolf, Sarah Kirsch, Elfriede Jelinek, Friederike Mayröcker, Brigitte Kronauer, Felicitas Hoppe, Sibylle Lewitscharoff, Terézia Mora und im Jahr 2020 Elke Erb ausgezeichnet.
Sie hören Ausschnitte aus den Dankesreden der Autorinnen.

In diesem Jahr wird der Georg-Büchner-Preis am 6. November 2021 an den Schriftsteller Clemens J. Setz vergeben. Zu hören in unserem Mitschnitt am 14. November in hr2-kultur, Literaturland Hessen.

Sendung: hr2-kultur, "Archivschätze", 06.11.2021, 14:04 Uhr.