Als normaler Musikliebhaber kann man bei Bruckner-Sinfonien sehr leicht den Überblick verlieren, denn fast alle gibt es in mehreren Fassungen. Von "Urfassung" ist da oft die Rede, von "Originalfassung", von "Zweitfassung" oder von der "soundsovielten revidierten Fassung".

Bruckner: 1. Sinfonie c-Moll

Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt
Leitung: Dean Dixon

(Aufnahme vom 13. und 14. September 1973)

Bei der ersten Sinfonie ist das aber doch relativ einfach. Auch von ihr gibt es zwei Fassungen. Sie liegen aber sowohl zeitlich als auch geografisch sehr weit auseinander.
Die erste Fassung komponierte Bruckner als junger Mann in Linz – sie wird "Linzer Fassung" genannt. Die zweite Fassung erstellte er nur wenige Jahre vor seinem Tod in Wien, das ist die "Wiener Fassung".

Meistens werden Bruckner-Sinfonien in der letzten Fassung gespielt – mit dem Argument, die sei seine letzte kompositorische Entscheidung gewesen.
Bei der ersten Sinfonie ist es jedoch umgekehrt. Hier wird meistens auf die frühe "Linzer Fassung" zurückgegriffen; vor allem auch um zu demonstrieren, wie der junge Anton Bruckner in seinen sinfonischen Anfangsjahren geklungen hat. Dieser "junge" Bruckner allerdings war 41 Jahre alt, als er seine erste Sinfonie vollendet hatte.

Sendung: hr2-kultur, "Archivschätze", 26.06.2021, 14:04 Uhr.

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