Karl Böhm war in den 50er Jahren so etwas wie ein ständiger Gastdirigent des damaligen Sinfonieorchesters des Hessischen Rundfunks. Er dirigierte so viele Konzerte, dass das Publikum ihn für den Chefdirigenten halten konnte.

Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks
Leitung: Karl Böhm

Brahms: 4. Sinfonie e-Moll op. 98

(Aufnahme vom 17. Oktober 1958 aus dem hr-Sendesaal)

Diese Zusammenarbeit ging bis ins Jahr 1959. Noch sehr lange danach haben ältere Orchestermitglieder von den goldenen Jahren mit Karl Böhm geschwärmt. Aber: solange er da war, gab’s wenig Grund zum Schwärmen. Der Mann war bärbeißig und alles andere als angenehm. In der Kunst, in der Probe einen Musiker herauszupicken und fertigzumachen, war er unübertroffen.
Aber auch Orchestermusiker können … nun ja … bissig sein.
Als Johannes Brahms' vierte Sinfonie in Wien erstmals gespielt wurde, texteten Musiker der Philharmoniker auf die nostalgische, melancholische Melodie am Anfang des ersten Satzes: "Es fiel ihm wie - der mal nichts ein."

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Sendung: hr2-kultur, "Archivschätze", 19.02.2022, 14:04 Uhr.

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