Viele Türken nennen ihn heute liebevoll "Nâzım", den Dichter Nâzım Hikmet, einen der wichtigsten Lyriker der modernen Türkei. Hikmet wurde am 15. Januar 1902 in Thessaloniki geboren. Er verließ die Republik Atatürks, um in Moskau Soziologie zu studieren, mischte sich unter die Moskauer "Futuristen". Zurück in der Türkei revolutionierte er die türkische Literatur, schrieb Gedichte, Erzählungen und Dramen, viele davon in türkischen Gefängnissen.

Als Kommunist wurde er in der Türkei politisch verfolgt, hatte Publikationsverbot, international gehörte er zur intellektuellen Avantgarde der 40er und 50er Jahre, besuchte Schriftstellerkongresse und stand in Kontakt mit Jean Paul Sartre und Pablo Picasso. 1963 starb Nâzım Hikmet m Moskauer Exil. In der Türkei waren seine Werke lange verboten, sogar die türkische Staatsbürgerschaft wurde ihm entzogen, die ihm 2009 posthum wieder zuerkannt wurde. Seine Werke wurden zuerst in der DDR übersetzt, in der BRD hat ihn Magnus Enzensberger entdeckt und verlegt. Zu seinem 120. Geburtstag hören sie ein Portrait des Schriftstellers und die Erzählung "Menschenlandschaften", gelesen von Charles Wirths, in einer Aufnahme aus dem Jahr 1981.

Sendung: hr2-kultur, "Archivschätze", 15.01.2022, 14:04 Uhr.