Vertrieben, geflüchtet, heimatlos: 40 Millionen Menschen sind im Jahr 1959 weltweit auf der Flucht, 15 Millionen davon in Europa. Es waren die Folgen des Zweiten Weltkriegs, der Kolonialkriege in Nordafrika und vieler anderer Konfliktherde weltweit. Im Jahr 1959 ruft die Uno das „Weltflüchtlingsjahr“ aus, es sollte Öffentlichkeit für das Thema schaffen und Hilfsinitiativen in Gang bringen.

Der Journalist Heinz Stuckmann erforscht in seiner Reportage „Heimatlos“ die Ursachen der damaligen Migrationsbewegungen, analysiert die historischen und politischen Hintergründe. Er reist zu den damaligen „Hotspots“ und spricht mit Geflüchteten vor Ort. Er trifft Vertriebene in einem Berliner Notaufnahmelager für deutsche Flüchtlinge aus dem Osten, er besucht ein Hotel in der Hafenstadt Piräus in Griechenland, das zur Herberge für Migranten aus Bulgarien geworden ist. In Südfrankreich trifft er auf Flüchtlinge aus dem spanischen Bürgerkrieg. Er spricht mit Palästinensern, die nach der Staatsgründung aus Israel vertrieben wurden und reist an die algerische Grenze, an der Familien des französisch-algerischen Kolonialkriegs in obdachlos gestrandet sind und versuchen einen provisorischen Schulunterricht zu organisieren.

Der Journalist schildert viele besorgniserregende Szenen, aber er berichtet auch von Hilfsorganisationen, Spendenaktionen, Solidaritätskonzerten und von praktischer Nachbarschaftshilfe.

Sendung: hr2-kultur, "Archivschätze", 04.12.2021, 14:04 Uhr.