Er war Schriftsteller, Sozialkritiker und Wortführer im deutschsprachigen Exil. Lange stand er im Schatten seines berühmten Bruders Thomas Mann. Ein Feature zum 150. Geburtstag von Heinrich Mann.

Heinrich Mann wurde am 27. März 1871 in Lübeck geboren. Er brach das Gymnasium ab und begann eine Buchhändlerlehre bevor er Volontär beim S. Fischer-Verlag in Berlin wurde. 1891 begann er seine Tätigkeit als Schriftsteller. In der Zeit Weimarer Republik erlangte er nach der Veröffentlichung seiner satirisch-kritischen Romane "Professor Unrat" und "Der Untertan" zu Prominenz in der damaligen Intellektuellen- und Künstler-Szene. 1933 wurde ihm vom NS-Regime die Staatsbürgerschaft aberkannt. Die Emigration führte ihn zuerst nach Frankreich. In Nizza wurde Heinrich Mann zu der kritischen Stimme der deutschsprachigen Exilanten. Später emigrierte er weiter in die USA und schrieb lebte in Kalifornien bis zu seinem Tod 1950.

Erst 1959 wurde sein Spätwerk in Deutschland neu publiziert. In der Sendung "Abendstudio" wurde am 17.10.1959 das Feature "Begegnung mit einem Spätwerk" des Journalisten und Literaturhistorikers Hans Schwab-Felisch gesendet. Er beschäftigt sich anlässlich einer Neuausgabe mit dem Schattendasein Heinrich Manns in der deutschen Literaturgeschichte und thematisieret dessen späte Romane, u.a. "Der Atem". Es sprechen Herbert Fleischmann und Alf Marholm.

Der Autor des Radiofeatures, Hans Schwab-Felisch (1918-1989) wurde als Sohn des Journalisten und Widerstandskämpfers Alexander Schwab in Dresden geboren und wuchs in Berlin auf. Ab 1945 studierte er in Tübingen und begann als Journalist zu arbeiten. 1955 wurde er Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 1978 bis 1983 war Hans Schwab-Felisch Herausgeber der Zeitschrift Merkur, später lehrte er als Professor an der Universität Witten/Herdecke.

Sendung: hr2-kultur, "Archivschätze", 27.03.2021, 14:04 Uhr.

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit