Am Beispiel von Edlef Köppens Antikriegsstück "Wir standen vor Verdun" aus dem Jahr 1931 über die berüchtigte Schlacht im 1. Weltkrieg diskutieren Hans Sarkowicz und Leonhard Koppelmann die zunehmende Politisierung des Rundfunks in den letzten Jahren der Weimarer Republik.

Dem in der Tradition Remarques stehenden Antikriegsstück, wird Eberhard Wolfgang Moellers "Douaumont" (1932) gegenübergestellt, das den Soldaten wieder zum Helden stilisiert und in seiner Agitation schon einen Vorgeschmack auf die neuerliche Kriegsambition der Nationalsozialisten wenige Jahre später gibt.

Am 29. Oktober 1923 startete in Berlin ein Unternehmen, das sich zunächst ausdrücklich der Unterhaltung verschrieb – durchaus im Widerspruch zur bis dahin größten wirtschaftlichen und politischen Krise der jungen Weimarer Republik.

Dennoch ist das Medium aber zuerst dezidiert ein »Unterhaltungsrundfunk«, und deshalb spielt dort auch von der ersten Stunde an das Hörspiel eine zentrale Rolle. Bestimmten zu Beginn Übernahmen klassischer Theaterinszenierungen das Wortprogramm, ging man bald dazu über eigene Stücke zu entwickeln.

Zu diesem Zweck engagierten die allerorten entstehenden Funkhäuser Dramaturgen, Autoren und Regisseure. Beim ersten deutschen Sender der Funk Stunde Berlin sind das der umtriebige Alfred Braun, als Leiter der ›Abteilung Schauspiel‹, sowie zu seiner Unterstützung die Schriftsteller Edlef Köppen und – als ständigen freien Mitarbeiter – Hermann Kasack, zu dieser Zeit Lektor im S. Fischer Verlag. Ab 1927 war kasack freischaffender Autor und Förderer moderner Literatur mit Kontakten zur jungen Schriftstellergeneration.

Weitere Informationen

18 Monate Download

Nach der Sendung finden Sie das Hörspiel in der ARD-Audiothek und hier im Podcast-Channel "Hörspiele".

Ende der weiteren Informationen

Mit dieser Generation Rundfunkschaffender kamen auch Gegenwartsstücke mit gesellschaftlichen, sozialen und politischen Themen ins Programm.

Köppens Hörspiel aus dem Jahr 1931, das im Fragment erhalten ist, verhandelt anhand einer der längsten und verlustreichsten Schlachten des Ersten Weltkrieges an der Westfront, die grausame Absurdität des Krieges. Aber schon 1932 zeigt unter anderem Eberhard Wolfgang Moellers „Douaumont“, dass eine andere Deutung des Ersten Weltkriegs zunehmend auch im Rundfunk populär wird. In den Redaktionen des neuen Mediums wirken jetzt zahlreiche Sympathisanten und Parteimitglieder der NSDAP und bereiten auch von hier aus die Machtübernahme durch die Nazis vor.

Sendung: hr2-kultur, "Archivschätze", 27.02.2021, 14:04 Uhr.

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit