Der Mai ist auch ein Wonnemonat für das Theater. Wir feiern das 125. Jubiläum der Internationalen Maifestspiele in Wiesbaden mit Archivschätzen ab dem Jahr 1953.

Es begann im Jahr 1896 auf kaiserlichen Befehl als Opernfest für internationale Kurgäste, für Adel und Bürgertum. Wagner und die italienische Oper wurden in Gastspielen gefeiert. Ab Ende der 1920er Jahre¬ sollte es ein Theaterfest für alle werden, doch der Intendant wurde von den Nationalsozialisten entlassen und musste fliehen. In den 50er Jahren wurden die Maifestpiele unter der Leitung von Staatsintendant Heinrich Köhler-Helfrich neu konzeptioniert. Man wollte international sein, öffnete sich dem Tanz und vorsichtig dem modernen Theater; Beckett wurde in einem Nebenprogramm gespielt und danach am runden Tisch diskutiert. Zwischen konservativem "Hoftheater" und internationalem Anspruch - 125 Jahre Wiesbadener Maifestspiele in Gesprächen mit Intendanten, Dirigenten, Kritikern und Chronisten aus dem Archiv des Hessischen Rundfunks.

Internationale Maifestspiele in Wiesbaden.

Die Idee zu den Maifestspielen als "Opernfest" geht auf die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth zurück. Nach der Eröffnung des neuen Staatstheaters in Wiesbaden 1894, griff der Intendant Georg von Hülsen die Idee auf. Da Kaiser Wilhelm der II. sich jährlich im Mai in der Weltkurstadt aufhielt, war es naheliegend, die Festspiele in diesen Monat zu legen. Vom 6. bis zum 19. Mai 1896 fanden Maifestspiele zum ersten Mal statt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Maifestspiele 1950 wieder aufgenommen. Mit dem neuen Namen Internationale Maifestspiele verband sich auch ein neues künstlerisches Konzept, indem bedeutende ausländische Bühnen zu den Festspielen eingeladen werden.

Sendung: hr2-kultur, "Archivschätze", 08.05.2021, 14:04 Uhr.

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit