Ihre Karriere begann als Comictexterin, schon ihr erster Roman "Zwei Fremde im Zug" und seine Hitchcock-Verfilmung machten sie weltberühmt. Die Abgründe der menschlichen Seele waren ihr Thema. Zum 100. Geburtstag von Patricia Highsmith präsentieren wir die Autorin in Gesprächen und Lesungen aus den Radioarchiven.

Patricia Highsmith, geboren am 19. Januar 1921 in Fort Worth/Texas, gestorben am 14. Februar 1995 in Locarno in der Schweiz, wuchs in Texas und New York auf. Mit neun Jahren wurde ein psychiatrisches Lehrbuch mit Fallstudien über Kleptomanen und Serienmörder ihr Lieblingsbuch. Mehr als zwanzig Romane und sieben Bände mit Kurzgeschichten veröffentlichte Patricia Highsmith, dazu Reportagen, Drehbücher, Theaterstücke, Rezensionen und Gedichte. Seit Anfang der 1960er Jahre lebte die promovierte Literaturwissenschaftlerin und studierte Zoologin in Europa: zunächst in England, später in Frankreich und in der Schweiz, umgeben von Katzen und Schnecken – angeblich führte sie auf Reisen in ihrer Handtasche an die zweihundert Exemplare samt Salatkopf mit sich.

Rastlos, unglücklich, exzentrisch – und sehr erfolgreich war Patricia Highsmith in jedem Fall. Dazu äußerst widersprüchlich: Ihre Homosexualität versteckte sie, die Frauenbewegung der siebziger Jahre war ihr ein Gräuel. Sie war bekennende Pazifistin, gleichzeitig Rassistin und Antisemitin, extrem schüchtern und zu Gewaltausbrüchen neigend. Und obwohl sie sich dem politisch linken Spektrum zuordnete, war Margaret Thatcher ihr Idol. In den "Archivschätzen" senden wir unter anderem ein Interview aus dem hr-Frauenforum aus dem Jahr 1991, in dem sie über ihre Kindheit und ihre Eltern Auskunft gibt.

Sendung: hr2-kultur, "Archivschätze", 16.01.2021, 14:04 Uhr.

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