In der Welt der Fakten und Fake-News hat es die Fantasie schwer: Träume und Wünsche seien vielleicht schön, aber wirkungslos, heißt es. Und dennoch verschwindet der Glaube an die Kraft der guten Wünsche nicht. An Fest- und Feiertagen hört man sie und noch immer jeden Tag morgens und abends. Und sie bleiben nicht ohne Folgen, sind Philosophen und Theologen überzeugt.

Damals, als das Wünschen noch geholfen hat, heißt es in den alten Märchen. Der Glaube an die Kraft der Wünsche ist allerdings auch heute noch anzutreffen. Fast täglich hört man, dass Morgen, Abend, Nacht und Appetit gut sein mögen. Dennoch gilt das Wünschen vielen als Träumerei, als etwas Lächerliches oder sogar Gefährliches, weil es die Augen vor der Realität verschließe.

Dass das Wünschen und Hoffen gerade umgekehrt die Sinne für die Wirklichkeit schärfen kann, zeigt der Autor, indem er Philosophie, Literatur und Theologie durchstreift. Gute Wünsche lassen sich sogar als eine Grundausrichtung der biblischen Tradition verstehen. Nur handelt es sich dabei um keinen naiven Optimismus. Anders als in vielen Glücks- und Erbauungsbüchern heutiger Tage sind in der Bibel Mangel, Schmerz und Unzufriedenheit der Ausgangspunkt dafür, dass es überhaupt zum Wünschen kommt und die Macht des Guten an Wirkung gewinnt.

Ein Beitrag von Georg Magirius.

Sendung: hr2-kultur, Camino, 01.01.2019, 11:30 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit