Wenn vom indigenen "Medizinrad" die Rede ist, dann denkt man an amerikanische Prärie-Indianer, bestenfalls noch Inkas oder Eskimos, nicht aber an Europa.

Dabei gab es auch in hiesigen Breiten vor dem Christentum zyklische und zirkuläre Modelle der Welterklärung, die den Menschen in den großen Kreislauf der Jahreszeiten und des Lebens integrierten. Ethnologen, Kulturwissenschaftler, Theologen und Historiker entdecken immer mehr Hinweise, dass auch unsere Vorfahren in einer "Kreiskultur" lebten, in der sich Geschichte und Kultur nicht linear, sondern spiralförmig entwickelte. Hinweise darauf finden sich in der Volkskunde, in alten Märchen und Mythen, in Liedern und archäologischen Fundstücken. Daraus entwickelt sich, wie in einem großen Puzzle, nach und nach ein Bild von einer archaischen Welterklärung, die wie eine vergessene Wurzel unserer modernen Sichtweise verstanden werden kann. Das zirkuläre Denken kann auch die Suche nach einer lebenswerten Zukunft bereichern.

Ein Beitrag von Geseko von Lüpke.

Die Sendung "Camino" finden Sie hier auch als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Camino", 21.03.2021, 11:30 Uhr.

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit