Es ist ein wenig wie die Geschichte des kleinen gallischen Dorfes, dessen unbeugsame Bewohnerinnen und Bewohner sich trotz aller Widrigkeiten gegen die römische Übermacht behaupten. In der äthiopischen Provinz hat eine Gemeinde alle traditionellen Regeln des Landes über Bord geworfen - zu Religion, Geschlechterrollen, Arbeitsteilung, Zusammenleben.

Awra Amba, eine Siedlung in der Region Amhara, 560 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Addis Abeba, lebt die Idee von Gleichheit und Brüderlichkeit. Der Glauben spielt keine Rolle, Frauen und Männer verrichten die gleiche Arbeit, haben dieselben Rechte und Pflichten, teilen die Einkünfte der Arbeit, organisieren das Gemeinwesen zusammen, erziehen die Kinder. Und verehren einen Mann, der das alles vor fast 50 Jahren gründete und bis heute im Ort wie ein Übervater über sein visionäres Projekt wacht.

Michael Marek und Sven Weniger waren in Äthiopien, haben Zumra Nuru und seine Gemeinde besucht.

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Sendung: hr2-kultur, "Camino", 20.06.2021, 11:30 Uhr.