Für viele scheinen die weißen, hellen und geflügelten Wesen in der Gunst sogar weit vor Maria, Josef und dem Christkind zu liegen. Nach biblischer Tradition handelt es sich bei den Boten Gottes jedoch nicht nur um eine verzaubernde, sondern oft gehörig polternde Spezies. Denn sie verweisen auf das Heilige, von dem der Religionsphilosoph Rudolf Otto gesagt hat: Es habe anziehend-faszinierende, aber auch erschütternd-abstoßende Wirkungen. Zeit für ein ernsthaftes Rollenspiel mit komischen Zügen.

Georg Magirius konnte unter traumartigen Umständen recherchieren, was der Verkündigungsengel wirklich gedacht hat, als er in der Heiligen Nacht “Friede auf Erden” über das Feld rief. Der Weihnachtsengel nämlich tritt ans Rednerpult. Eine Premiere! 2000 Jahre ist er noch zu keinem einzigen Vortrag eingeladen worden. Jetzt aber ist er der Hauptredner beim Symposion “Neue Engel braucht das Land!”

Der Gottesbote nutzt die Gelegenheit, um mit Vorurteilen aufzuräumen: Engel seien überhaupt nicht sanft und blond. Und sie helfen auch nicht bei der Parkplatzsuche! Während er seinen Vortrag beginnt, erlebt er allerdings, was stets geschieht, wenn er eine himmlische Wahrheit überbringt: Die Kongressteilnehmer sind schockiert, vom Licht verstört wie einst die Hirten. Musikalisch interpretiert die Rolle des Engels die Harfenistin Bettina Linck.

Ein Beitrag von Georg Magirius.

Die Sendung "Camino" finden Sie hier auch als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Camino", 26.12.2021, 11:30 Uhr.