Gäbe es eine Hitliste für den Bedeutungsverlust kirchlicher Feiertage, "Himmelfahrt" stünde ganz oben. Selbst als "Vatertag" erziehungsmüder Väter auf umgrünten Leiterwagen ist sein Image zweifelhaft.

Erzählt die biblische "Himmelfahrt Christi", dass Jesus als Rocket Man von der Erdscheibe abhebt? Nein, sagt Wilfried Härle, emeritierter Professor für evangelische Dogmatik an der Uni Heidelberg, die Bedeutung dieses Feiertages liegt in der "gesegneten Ermächtigung derer, die loslassen lernen." 

Was Theologen von Martin Luther bis Karl Barth und Philosophen wie Sören Kierkegaard als "Beauftragung zur Selbständigkeit" und "Realpräsenz des Auferstandenen sowohl im Abendmahl als auch in der Zukunft" interpretierten, würde unsere naive Vorstellung einer "Fahrt" in den Himmel schnell korrigieren. 

Ein Beitrag von Andreas Malessa.

Die Sendung "Camino" finden Sie hier auch als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Camino", 13.05.2021, 11:30 Uhr.

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