Mit "Rückzug oder Kreuzzug?" hat Michael Blume sein Buch über Krisen und Gefahren des Fundamentalismus im Christentum überschrieben. Für die christlichen Kirchen in reichen Staaten prognostiziert er drastische Schrumpfungsprozesse. Er geht davon aus, dass christliche "Oasen" überleben werden, die bewusst den Dialog und Austausch mit anderen Religionen suchen und sich stark auf Bildungsarbeit, die Förderung von jungen Menschen sowie auf eine "ökosoziale Spiritualität" konzentrieren.

"Sie werden in von der Klimakrise zunehmend bedrohten Städten und Kommunen sowie im Internet interreligiöse Netzwerke mit Musliminnen, Juden, Buddhistinnen, Humanisten usw. bilden, die sich gemeinsam gegen Verschwörungsmythen und Wissenschaftsfeindlichkeit stellen", so Blumes These.

Die Zukunft des Christentums sieht er von bewussten digitalen Auszeiten geprägt – in einer Welt, die vom Digitalen immer mehr durchdrungen werde. Künftig würden sich Kirchengemeinden nicht länger "durch Prunk", sondern durch "digitalfreie Zeiten" charakterisieren, so Blume: etwa bei Zeiten für Gebet, Begegnung, Ehrenamt, Partnerschaften, Kinder, für soziale Berufe und für Bücher.

Die hr-Kirchenredakteure Lothar Bauerochse und Klaus Hofmeister diskutieren mit Michael Blume diese Thesen.

Buchtipp

Michael Blume: Rückzug oder Kreuzzug. Die Krise des Christentums und die Gefahr des Fundamentalismus

Michael Blume: Rückzug oder Kreuzzug. Die Krise des Christentums und die Gefahr des Fundamentalismus
Patmos Verlag
Preis: 19 Euro

Die Sendung "Camino" finden Sie hier auch als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Camino", 12.12.2021, 11:30 Uhr.