Was ist, wenn ein schwerkranker Mensch mit wenig oder keiner Aussicht auf Heilung seinem Leben selbst ein Ende setzen will? Per Gesetz ist derzeit in Deutschland die gewerbsmäßige Sterbehilfe verboten. Und auch die christlichen Kirchen lehnen bisher offiziell jegliche Sterbehilfe ab.

Vor gut einem Jahr aber hat das Bundesverfassungsgericht die geltende Gesetzeslage für nicht verfassungskonform erklärt. In seiner Begründung hat das Gericht zudem der Freiheit und Selbstbestimmung des Einzelnen einen deutlich höheren Stellenwert als bisher eingeräumt.

Nun muss der Bundestag ein neues Gesetz diskutieren und beschließen. Und auch die Kirchen sind zu Stellungnahmen aufgefordert. Die katholische Kirche bleibt bei ihrem Nein. In der evangelischen Kirche aber wird heftig gestritten über die Sterbehilfe. Namhafte Theologen haben vor wenigen Wochen in einer öffentlichen Stellungnahme gefordert, dass zukünftig auch in kirchlichen Krankenhäusern und Heimen Hilfe zum Sterben angeboten werden soll. Der Wunsch eines Menschen, aus dem Leben zu scheiden, müsse respektiert werden. Neben Diakonie-Präsident Ulrich Lilie und der Bochumer Theologieprofessorin Isolde Karle gehörte der Münchener Professor für systematische Theologie, Reiner Anselm, zu den Autor*innen des Aufrufs.

Die hr-Kirchenredakteure Klaus Hofmeister und Lothar Bauerochse sprechen mit dem Theologen Reiner Anselm über die Absichten dieses Appells, über die Gründe sowie die innerkirchlichen Konsequenzen, auch im Gespräch mit der katholischen Kirche.

Die Sendung "Camino" finden Sie hier auch als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Camino", 07.02.2021, 11:30 Uhr.

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