Die katholische Kirche hat nur eine Zukunft, wenn sie zu einer anderen Machtordnung findet und die Beteiligung aller, vor allem von Frauen, sichergestellt wird. Davon ist Matthias Sellmann, Professor für Pastoraltheologie an der Universität Bochum, überzeugt. Dafür ist er bereit zu streiten. Beim "Synodalen Weg", der am 30. September fortgesetzt wird, steht er als Delegierter einigen Bischöfen gegenüber, die in Sachen Macht alles beim Alten lassen wollen.

Matthias Sellmann ist überzeugt: Die Reform überholter Strukturen allein wird die Kirche nicht retten. Sie muss beweisen, dass sie für die Menschen tatsächlich relevant ist. Durch die Caritas und indem sie aus dem Schatz religiöser Lebensbewältigung schöpft. "Spirituelle Resilienz" könnte die Kirche in die Gesellschaft einbringen, sagt er, das uralte Wissen, woher die Kraft kommt, wenn alles Äußere fraglich wird – wie in der Corona-Krise. Aber liegt die eigentliche Herausforderung der Gegenwart für die Kirche nicht in dem allgemeinen Gefühl der "Abwesenheit" Gottes?

Die hr-Kirchenredakteure Lothar Bauerochse und Klaus Hofmeister fragen Matthias Sellmann, was die Kirche in diesem Umfeld tatsächlich "voranbringt" und wo er Zukunftsmöglichkeiten sieht.

Die Sendung "Camino" finden Sie hier auch als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Camino", 26.09.2021, 11:30 Uhr.