Kinder, die in einer Kur eigentlich gesund werden sollten, bekamen Schläge und litten in einem herzlosen Alltag bis in die 1980er Jahre – auch in kirchlichen Häusern. Ehemalige "Verschickungskinder" aus Hessen leiden bis heute unter den Folgen.

Sie mussten so lange am Tisch sitzen, bis sie ihren Grießbrei aufgegessen hatten; manche mussten sogar ihr Erbrochenes aufessen. Kinder zwischen zwei und 14 Jahren, die eigentlich zur Kur sollten, um zu gesunden. Doch der Alltag in den sogenannten "Verschickungsheimen" – darunter auch kirchliche Häuser – war oft herzlos und kalt.

Statt liebevoller Fürsorge setzte es häufig Schläge. Von den 1950er bis in die 80er Jahre durchliefen rund zehn Millionen Kinder die mehr als tausend Heime. Wir sprechen mit ehemaligen "Verschickungskindern" aus Hessen. Einige leiden bis heute an den Folgen der unbarmherzigen "Kuraufenthalte".

Ein Beitrag von Michael Hollenbach.

Die Sendung "Camino" finden Sie hier auch als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Camino", 04.07.2021, 11:30 Uhr.