In den letzten rund 5.000 Jahren wurden die meisten Kulturen der Welt von Männern dominiert. Diese Ansätze haben der Welt Ungleichheit und Kriege gebracht, die Biosphäre stark geschädigt und die Hälfte der Menschheit – die Frauen – benachteiligt. Kein Wunder, dass gerade sie nach Alternativen suchen.

Man spricht vom 'Zeitalter des Patriarchats': Hierarchische Gesellschaften, die auf Konkurrenz, Kontrolle, militärische Gewalt setzten, um ihre Macht durchzusetzen und zu erhalten.

In den letzten 50 Jahren entstand die 'Moderne Matriarchatsforschung'. Sie beruft sich einerseits auf archäologische Spuren von vorchristlichen Matriarchaten, sucht andererseits in alten Mythen, Märchen und Legenden nach Hinweisen auf eine andere Rolle der Frauen. Und sie erforscht zudem jene regionalen matriarchalen Kulturen, die es noch heute in China, Indonesien, Indien und bei manchen indigenen Völkern gibt.

Aus diesen Forschungen ergibt sich aber keine dominante  'Frauenherrschaft', sondern das zeitlose Modell einer egalitären, friedlichen, kooperativen, das Leben fördernden Kultur, in der Mann und Frau gleichberechtigt sind und das 'Mütterliche' der höchste kulturelle und spirituelle Wert ist. Ist die Zukunft der Welt weiblicher?

Ein Beitrag von Geseko von Lüpke.

Die Sendung "Camino" finden Sie hier auch als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Camino", 25.07.2021, 11:30 Uhr.