Noch vor ein paar Jahren tobte in der Region von El Castillo in den kolumbianischen Anden der bewaffnete Konflikt zwischen FARC-Guerilla, Armee und Paramilitärs. Der katholische Priester und Menschenrechtsaktivist Henry Ramirez Soler war damals hier Dorfpfarrer. Heute veranstaltet er Pilgermärsche: Menschen aus den kolumbianischen Großstädten wandern von Dorf zu Dorf und erfahren die Geschichten der Bewohner.

Geschichten von Massakern und Stigmatisierung, die lange Zeit niemand hören wollte. Dieses Teilen der schmerzhaften Erfahrungen ist bereichernd für beide Seiten: die Städter erfahren, wie es auf dem Land zugeht. Und die Dorfbewohner erleben endlich jene Anteilnahme, die sie lange vermisst haben, weil niemand ihre Geschichten hören wollte. Doch die Wahrheit muss ans Licht kommen, damit sich dieses gespaltene Land versöhnen kann.

Ein Beitrag von Christine Siebert

Die Sendung "Camino" finden Sie hier auch als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Camino", 06.03.2022, 11:30 Uhr.