Auch 30 Jahre später scheinen viele ehemalige DDR-Bürger nicht nur glücklich über die Wiedervereinigung zu sein. Viele Wunden sind bis heute nicht verheilt. Warum ist das so?

Einer der Hauptgründe ist sicher das Gefühl etlicher Ostdeutscher, von vielen "Wessis" bis heute mit ihrem so ganz anderen DDR-Leben nicht wahrgenommen zu werden. Auch vermissen sie häufig die Anerkennung für die Erfahrung, alles Vertraute, das eigene Leben, die eigene Identität unter den Füßen weggezogen zu bekommen.

Die Wunden sind nicht verheilt

Nicht wenige DDR-Bürger waren am 3. Oktober 1990 weinend zusammengebrochen, selbst die, die ihren Staat eigentlich gehasst hatten. Viele Wunden sind bis heute nicht verheilt.

Die Sendung beleuchtet die Zeit von den Vorläufern der Friedlichen Revolution schon ab Mitte der 1970er Jahre über den heißen Sommer und Herbst 1989 bis zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990. Roter Faden sind die Tagebucheinträge des evangelischen Superintendenten Werner Krätschell, Ende der 1980er Jahre verantwortlich für 24 Gemeinden in Ost-Berlin. Sein Pfarrhaus war 25 Jahre lang Treffpunkt für Regimekritiker, Ausreisewillige und Bürger, die politisch unter Druck gesetzt werden – ebenso Anlaufpunkt für internationale Journalisten.

Ein Beitrag von Elena Griepentrog.

Die Sendung "Camino" finden Sie hier auch als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Camino", 04.10.2020, 11:30 Uhr.

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