Selbst echten Klassikfans dürfte der Name Leo Blech - wenn überhaupt - eher als Dirigent ein Begriff sein, kaum aber als Komponist. In seiner Heimatstadt Aachen wurde nun zu Blechs 150. Geburtstag eine hörens- und entdeckenswerte Oper ausgegraben.

Astragalus - Ronan Collett
Rappelkopf - Hrólfur Saemundsson
Sabine - Irina Popova
Marthe - Sonja Gornik
Hans - Tilmann Unger
Lieschen - Anne-Aurore Cochet
Habakuk - Hyunhan Hwang
Veit Meinhart - Pawel Lawreszuk
Katharine - Fanny Lustaud
Susel - Anna Graf

Damen des Opernchors Aachen
Sinfonieorchester Aachen
Leitung: Christopher Ward

Leo Blech: Der Alpenkönig und der Menschenfeind op. 14

(Aufnahme vom 9. Mai 2021 aus dem Eurogress)

Der 1871 geborene Leo Blech begann seine Laufbahn als Kapellmeister in Aachen, das Zentrum seiner Arbeit war aber dann Berlin, wo er über 30 Jahre lang - mit Unterbrechungen - Generalmusikdirektor der Staatsoper war. 1937 musste er aufgrund seiner jüdischen Herkunft emigrieren, ging über Riga nach Stockholm, kehrte aber nach dem Krieg nach Berlin zurück, wo er auch 1958 starb. Neben vielem anderem hat Leo Blech sieben Opern komponierte.

Der 1903 in Dresden uraufgeführte "Alpenkönig und der Menschenfeind" erzählt die Geschichte eines überall Missgunst und Verrat vermutenden Menschenhassers, der vom "Alpenkönig" - einem wohlwollenden Berggeist - durch Verwandlung bekehrt wird. Musikalisch verrät das Werk den Einfluss Wagners, Richard Strauss‘ und natürlich von Blechs Lehrer Humperdinck, trägt aber auch immer wieder volkstümlich-operettenhafte Züge. Die konzertante Aufführung in Aachen bot eine spannende Repertoire-Bereicherung, der man auch eine szenische Realisierung wünschen würde, und machte Lust auf mehr von diesem zu Unrecht völlig vergessenen Komponisten.

Sendung: hr2-kultur, "Opernbühne", 06.11.2021, 20:04 Uhr.