Wenn drei sich streiten, freut sich die Vierte? Nicht so in Händels Oper "Partenope". Denn die Königin wird von gleich drei Prinzen umworben - zum Leidwesen von Rosmira, die einen der Prinzen liebt. Ivor Bolton und eine illustre Sängerschar finden für Händels Fünfecks-Verhältnis die passenden Töne.

Partenope - Brenda Rae
Rosmira - Teresa Iervolino
Arsace - Iestyn Davies
Armindo - Anthony Roth Costanzo
Emilio - Jeremy Ovenden
Ormonte - Nikolay Borchev

Orchester des Teatro Real
Leitung: Ivor Bolton

Händel: Partenope, Oper in drei Akten

(Aufnahme vom 17. November 2021 aus dem Teatro Real Madrid)

Händel setzt in "Partenope" nicht nur der Begründerin der Stadt Neapel ein klingendes Denkmal. Seine Oper ist zugleich eine verzwickte Verkleidungs-Komödie, in der sich so mancher kriegerischer Held als Frau entpuppt und Frauen wiederum männlich in den Krieg ziehen. Im Februar 1730 ging "Partenope" im King’s Theatre am Londoner Haymarket zum ersten Mal über die Bühne. Nach dem Zusammenbruch seiner ersten Opernakademie wollte Händel einen Neustart wagen in einem neuen Opernunternehmen.

Aus dem Misserfolg seiner vorausgegangenen Oper "Lotario" klüger geworden, passte sich Händel in seiner "Partenope" dem veränderten Geschmack seines Publikums an und bediente einen insgesamt leichteren, melodischeren Stil. Trotzdem war auch "Partenope" kein großer Erfolg beschieden - die Oper wurde nach nur sieben Vorstellungen abgesetzt. Das Libretto stammt von dem zeitweiligen Wiener Hofdichter Silvio Stampiglia. Es wurde insgesamt sechzehnmal vertont - auch von Antonio Caldara und Antonio Vivaldi.

Anschließend:
Schubert: Klaviertrio Es-Dur D 929 (Pinchas Zukerman, Violine / Lynn Harrell, Violoncello / Vladimir Ashkenazy, Klavier)

Sendung: hr2-kultur, "Opernbühne", 02.04.2022, 20:04 Uhr.