Wenn die Hände, das Herz und die Seele keine Aufgabe haben, hat der Teufel leichtes Spiel - so die Moral von der Geschichte, die Igor Strawinsky an das Ende seiner Oper "The Rake’s Progress" stellt. Strawinsky wollte seine Oper als Fabel verstanden wissen, und so folgt man dem exemplarischen Niedergang des Lebemanns Tom Rakewell, erzählt mit leichter und spritziger Musik, für die sich Strawinsky deutlich an den Vorbildern des 18. Jahrhunderts orientiert.

Tom Rakewell - Ben Bliss
Anne Trulove - Golda Schultz
Nick Shadow - Christian Van Horn
Baba the Turk - Alice Coote
Father Trulove - James Creswell
Mother Goose - Eve Gigliotti
Sellem, Auktionator - Tony Stevenson
Wächter des Irrenhauses - Paul Corona

Chor und Orchester der Metropolitan Opera
Leitung: Susanna Mälkki

Strawinsky: The Rake's Progress

(Übertragung aus der MET)

Inspirieren ließ sich Igor Strawinsky von William Hogarths Kupferstichfolge "A Rake’s Progress" (1733-35), die er im Chicago Art Institute gesehen hatte. Gemeinsam mit seinen Librettisten W. H. Auden und Chester Kallman, zeichnet er in acht Bildern den schrittweisen Niedergang des jungen Libertins Tom Rakewell nach. Dieser verlässt seine Geliebte Anne Trulove und den idyllischen Landsitz ihres Vaters, um dem geheimnisvollen Fremden Nick Shadow für den Antritt seines Erbes nach London zu folgen. Dort führt er ein zügelloses Leben, verprasst sein gesamtes Geld und heiratet die bärtige Jahrmarktssensation Türkenbab. Nach einem Jahr verlangt sein Gehilfe Nick Shadow - niemand anderes als der Teufel selbst - seinen Lohn: Toms Seele. 2016 hatte

Susanna Mälkki an der Met mit der Oper "L’Amour de Loin" von Kaija Saariaho debütiert, nun kehrt die finnische Dirigentin nach New York zurück, um Strawinskys neoklassizistische Oper zu leiten. Das Sängerensemble wird angeführt vom amerikanischen Tenor Ben Bliss, an seiner Seite zwei Weltstars: die südafrikanische Sopranistin Golda Schultz und die britische Mezzosopranistin Alice Coote.

Sendung: hr2-kultur, "Opernbühne", 11.06.2022, 19:00 Uhr.