Die erste Neuproduktion der Saison im wieder vollbesetzten königlichen Opernhaus und die erste Londoner Regiearbeit seines Leiters Oliver Mears. Mit exquisiter Sänger-Besetzung und dem scheidenden Musikdirektor Antonio Pappano am Pult, der Covent Garden zum Ende der Saison nach 20 Jahren verlassen wird - und der zudem und unglaublicherweise den "Rigoletto" seit 30 Jahren nicht mehr dirigiert hat.

Rigoletto - Carlos Álvarez
Gilda - Lisette Oropesa
Herzog von Mantua - Liparit Avetisyan
Sparafucile - Andrea Mastroni
Maddalena - Ramona Zaharia
Graf Monterone - Eric Greene
Giovanna - Kseniia Nikolaieva
Marullo - Dominic Sedgwick
Borsa - Egor Zhuravskii
Graf Ceprano - Blaise Malaba

Chor und Orchester des Royal Opera House Covent Garden
Leitung: Antonio Pappano

(Aufnahme vom 24. September 2021 aus dem Royal Opera House Covent Garden)

Mit dem "Rigoletto" von 1851 - und den zwei Jahre später entstandenen Nachfolgern "Trovatore" und "Traviata" - etablierte sich Giuseppe Verdi endgültig als der führende italienische Opernkomponist. Schon die Premiere in Venedig war ein grandioser Erfolg, der sich nicht nur in Europa, sondern weltweit alsbald zahlreiche weitere Aufführungen anschlossen. Vorlage der Oper war das 1832 entstandene und sogleich verbotene Theaterstück "Le roi s’amuse" von Victor Hugo, das Francesco Maria Piave relativ nah am Original für Verdi bearbeitete. Namen und Ort mussten zwar geändert werden, aber die eigentliche Geschichte blieb doch erhalten: der Hofnarr, der sich für die Verführung seiner Tochter an seinem Dienstherrn rächen will, die sich aber für den treulosen Geliebten opfert, so dass Rigoletto schließlich statt des Herzogs seine tote Tochter in den Armen hält.

Musikalisch bewegt sich das Werk geschickt zwischen althergebrachter Nummernoper und durchkomponiertem Drama, mit fesselnder und prägnanter Klangsprache für die verschiedenen Welten und Ebenen von trügerisch-schillerndem Hof, intimer Vater-Tochter-Beziehung, echter und vorgetäuschter Liebe, Fluch und Rache, und schließlich der Mördergrube des dritten Akts mit ihrem effektvoll illustrierten Unwetter. Der "Rigoletto" begeistert bis heute, und bietet zudem die - nach dem Gefangenchor aus "Nabucco" - ersten echten unvergänglichen Verdi-Hits wie "Questa o quella", "Caro nome" und natürlich "La donna è mobile".

Sendung: hr2-kultur, "Opernbühne", 20.11.2021, 20:04 Uhr.