Eine frigide Prinzessin, drei Rätsel - und eine Unvollendete: Die Oper "Turandot" über eine grausame Prinzessin, die sich nur durch Rätselraten erobern lässt, zählt zu Puccinis Meisterwerken. Dieses allerdings hinterließ er ohne Schluss, denn der krebskranke Komponist starb 1924 über der Fertigstellung.

Turandot - Elena Pankratova
Kalaf - Gwyn Hughes Jones
Liù - Guanqun Yu
Timur - Vitalij Kowaljow
Altoum - Carlo Bosi
Ping - Alessio Arduini
Pang - Jinxu Xiahou
Pong - Matthew Newlin
Mandarin - Bogdan Taloş

Kinderchor, Chor und Orchester der Pariser Oper
Leitung: Gustavo Dudamel

Puccini: Turandot

(Aufnahme vom 1. Dezember 2021 aus der Opéra Bastille Paris)

Wie umgehen mit einem Werk, bei dem der Schluss fehlt? Im Fall von Puccinis "Turandot" setzte Arturo Toscanini, Dirigent der Uraufführung, den Komponisten Franco Alfano auf den Stoff an. Toscanini besserte allerdings noch einmal nach. 2002 legte der zeitgenössische Komponist Luciano Berio erneut Hand an und stellte an den Schluss ein musikalisches Fragezeichen - denn ein unbekümmertes Happy End bei einer männermordenden Prinzessin, das schien wenig plausibel.

Die musste sich ihren Weg auf die Bühnen der Welt dann auch erst erobern - zählt heute längst aber zu den beliebtesten Rätselfiguren der Opernszene. So auch für den amerikanischen Theatermagier Robert Wilson, der sich in seinen streng reduzierten Bühnen- und Lichtkonzepten gern von der asiatischen Philosophie beeinflussen lässt und den ursprünglich persischen Märchenstoff an der Opéra Bastille in Szene setzte. Die Titelpartie übernahm die Russin Elena Pankratova, an ihrer Seite glänzte der walisische Tenor Gwyn Hughes Jones. Am Dirigentenpult stand das venezolanische Temperament Gustavo Dudamel, seit vergangenem Jahr musikalischer Leiter der Pariser Oper.

Anschließend:
Schubert: Klaviersonate A-Dur D 959 (Alexander Lonquich)

Sendung: hr2-kultur, "Opernbühne", 14.05.2022, 20:04 Uhr.