Mit seinem Gesang kann er Tote zum Leben wiedererwecken: Der sagenumwobene Schönsänger Orpheus wurde schon in vielen Opernwerken zur Titelfigur. Auch Georg Philipp Telemann hat ihm 1726 an der Gänsemarkt-Oper in Hamburg ein klingendes Denkmal gesetzt.

Orpheus - Krešimir Stražanac
Orasia - Kateryna Kasper
Eurydike - Mirella Hagen
Ismene / Priesterin - Salomé Haller
Eurimedes - David Fischer
Pluto - Christian Immler
Ascalax - Benno Schachtner
Cephisa - Gunta Smirnova

Vocal Consort
B'Rock Orchestra
Leitung: René Jacobs

Telemann: Orpheus oder Die Beständigkeit der Liebe

(Aufnahme vom 21. Oktober 2021 aus der Blue Hall im deSingel)

Telemann bettet den antiken Orpheus und Eurydike-Stoff allerdings in einen Krimi ein: Hier ist es die thrakische Königin Orasia, die Orpheus ebenfalls liebt und ihre Rivalin Eurydike daher aus dem Weg räumen will. Sie beschwört also die Furien, giftige Nattern in Eurydikes Garten zu schicken - mit Erfolg. Orasia ist es auch, die Orpheus nach seinem missglückten Unterwelt-Abenteuer gemeinsam mit ihren Bacchantinnen schließlich töten wird. Telemann hat seine "Mordsoper" in deutsche, italienische und französische Verse gesetzt.

Lange Zeit verschollen, tauchte das Werk erst 1978 wieder auf. Der Barockexperte René Jacobs war einer der ersten, der Telemanns Oper 1994 wieder aufgeführt hat. Für diese Produktion der Berliner Staatsoper Unter den Linden hat er damals gemeinsam mit dem Musikwissenschaftler Peter Huth und dem Regisseur Jakob Peters-Messer eine Neufassung herausgebracht - und sie 1996 bei Harmonia Mundi auch eingespielt. Gut zwanzig Jahre später setzt sich Jacobs gemeinsam mit dem B’Rock Orchestra und einer illustren Sängersolisten-Schar erneut mit Telemanns "Orpheus" auseinander.

Sendung: hr2-kultur, "Opernbühne", 12.02.2022, 20:04 Uhr.