Nicht erst seit Albert Camus‘ berühmtem Roman "Die Pest" aus dem Jahr 1947 wissen wir: Religionen gerieten mit dem Auftreten von Seuchen und Epidemien schon immer auf den Prüfstand. Auf grausame Weise erfuhr der Mensch seine Wehrlosigkeit. Das Gottesbild und der Glaube an den guten Sinn der Schöpfung gerieten angesichts des massenhaften Elends unter Druck.

Das menschliche Selbstverständnis wurde durch die plötzlich auftauchenden todbringenden Krankheiten erheblich in Frage gestellt. Manche Historikerinnen und Historiker meinen, dass die verheerende Pest des 14. Jahrhunderts, die komplette Landstriche entvölkerte, mitverantwortlich war für die Reformation.

Im Rückblick auf mittlerweile zwei Jahre Corona-Pandemie ist zu fragen: Welche seelischen und seelsorgerischen Bewältigungsstrategien bieten Religionen und der Glaube an? Wie verändern sich Inhalte, welche Rolle spielen sie im gesellschaftlichen Diskurs?

Ein Beitrag von Michael Reitz.

Die Sendung "Camino" finden Sie hier auch als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Camino", 24.04.2022, 11:30 Uhr.