Das Versprechen war lange Zeit, dass Maschinen uns von der müßigen Arbeit befreien. Sie sollen uns die Schufterei abnehmen, so dass wir uns den schönen, angenehmen und erhabenen Dingen zuwenden können.

hr 2021 | ca. 40 Min. | Hörpremiere

Und Musikmaschinen haben lange das Versprechen mit sich getragen, dass sie allen ermöglichen, Musik zu machen. Jede Musik, die erdacht und geträumt werden kann, soll erklingen können. Aber weder arbeiten die Menschen heute weniger, noch ist die Faszination am echten Virtuosentum verschwunden. Im Gegenteil scheint die Möglichkeit einer Welt, in der die Apparate uns mit Grundbedürfnissen versorgen, heute fast schon als naiver Traum. In seinem neuen Radiostück hört der Frankfurter Komponist Hannes Seidl (*1977) den Maschinen zu. Was ist aus dem Versprechen geworden? Verschiedene Computerprogramme erzeugen die Klänge, von denen Seidl selbst "nur" noch auswählt, welche von ihnen es in das Stück schaffen. Mit "Befreit die Maschinen" verschiebt er das Musizieren vom Virtuosentum hin zu einem "nachdenkenden Zuhören". Diesen automatisierten Klängen stehen Ausschnitte aus einem Vortrag des Philosophen Michael Hirsch gegenüber. Dieser macht sich Gedanken um die Frage nach einer Gesellschaft, in der Lohn und Arbeit voneinander entkoppelt sind. Zentral für Seidls Stück ist Hirschs Forderung "weniger Arbeiten, damit alle arbeiten und besser leben können".

Sendung: hr2-kultur, "The Artist's Corner", 06.02.2021, 23:00 Uhr.

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