Die Dichterin und Komponistin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) kämpfte ihr Leben lang gegen die Erwartungen ihres Standes und ihrer Familie. Mit dem 17 Jahre jüngeren Levin Schücking verband sie eine intensive Beziehung, die auch von erotischen Phantasien begleitet war, vor allem aber ihr literarisch-kritischer Austausch. Birgitta Assheuer und Moritz Pliquet lesen aus dem Briefwechsel zwischen "Mütterchen" und "Pferdchen".

Annette von Droste-Hülshoff ist möglicherweise die einzige Schriftstellerin, die in keiner deutschen Literaturgeschichte fehlt. Ihre berühmte Kriminalgeschichte „Die Judenbuche“ gehört zum literarischen Kanon, für ihre bis heute modern klingenden Gedichte wird sie nach wie vor geschätzt. Der Schriftsteller und Journalist Levin Schücking (1814-1883) wurde 1841 durch Vermittlung Annette von Droste-Hülshoffs Bibliothekar bei deren Schwager auf Schloss Meersburg am Bodensee. In dieser Zeit spornte er seine "mütterliche Freundin" unter anderem dazu an, die "Judenbuche" abzuschließen und mehr als 50 Gedichte zu schreiben. 1843 heiratete er die Darmstädter Schriftstellerin Louise von Gall, mit der er sich nur aufgrund eines intensiven Briefwechsels verlobt hatte. Seine Romane waren außerordentlich populär, sind heute aber weitgehend vergessen.

Die beiden Frankfurter Schauspieler Birgitta Assheuer und Moritz Pliquet lesen aus den ironischen und zugleich witzigen wie inhaltsschweren Briefen der ungleichen Freunde. Die Lesung fand am 14. November 2019 im Rahmen der von der Journalistin Hanne Kulessa konzipierten und von der Frankfurter Bürgerstiftung und der Dr. Marschner Stiftung geförderten Reihe "Salon kontrovers: Briefe – schreiben und lesen" statt. Sie hören eine Aufzeichnung aus dem Frankfurter Holzhausenschlösschen.

Den zweiten Teil unserer Aufzeichnung können Sie am 21.04.2020 um 22 Uhr hören.

Sendung: hr2-kultur, Spätlese, 14.04.2020, 22:00 Uhr

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