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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Taulant Shehu im Mousonturm: Eine freundliche Leichtigkeit

Taulant Shehu: DUA

Für sein Stück "DUA" hat sich der Tänzer und Choreograph Taulant Shehu von der Idee einer albanischen Hochzeit leiten lassen. hr2-Kritikerin Ursula May hat sich das Stück im Mousonturm angesehen.

"Familie und Tradition stellen zwei wichtige Grundpfeiler der albanischen Kultur dar und zu kaum einem Zeitpunkt sind sie enger miteinander verknüpft als bei einer Hochzeitszeremonie", sagt der Choreograf Taulant Shehu. Er habe sich für "DUA" von der Idee einer Hochzeit leiten lassen, die in Albanien eine Riesenparty, mit langer Vorbereitung und exzessivem Vergnügen sei.

Aber es kam ihm auch darauf an, die dunkleren Seiten einer Heirat zu zeigen und der Frage nachzuspüren, was es bedeutet, für immer mit jemandem zusammen zu sein. Und so werden in dieser Choreographie die unterschiedlichsten Formationen und Stimmungen ausgelotet. Es beginnt mit einer Tänzerin, zu der sich alsbald eine zweite und dann eine dritte gesellt.

Hingebungsvolle Gesten

Taulant Shehu: DUA

Da werden vor allem hingebungsvolle Gesten zelebriert – später tragen diese Tänzerinnen rote Kleider und es kommen Männer dazu. Es gibt die unterschiedlichsten Momentaufnahmen, Episoden, die allein oder zu zweit getanzt werden oder dann in der Gruppe.

Manchmal erkennt man als Zuschauer Muster – also zum Beispiel einen Gruppentanz, wie ihn die Griechen tanzen, den Sirtaki, oder andere Elemente, die aus Volkstänzen stammen könnten – aber das sind auch nur flüchtige Bilder und Assoziationen.

Und da ist eben auch immer wieder die Musik zu erwähnen. Der Komponist Arne Stevens hat eine Komposition vorgelegt , die auf traditionelle albanische Instrumente zurückgreift und sie neu instrumentiert. Das waren sehr dunkle Klänge, viel Schlagwerk, aber auch Streichinstrumente.

Eine komplexe Mischung

Taulant Shehu: DUA

Das hat eine archaische Anmutung gehabt, oft düstere Klänge, aber auch starke Rhythmen und sehr schnelle Szenen und Situationswechsel – und bei all dem eine freundliche Leichtigkeit. Ich hatte oft den Eindruck, dass die Tänzer geradezu körperlich mit diesen Klängen kommunizieren und agieren. Das war sehr beeindruckend. 

Eine wirklich bezaubernder Abend: sehr assoziativ, nicht unbedingt nur abstrakt. Es sind Situationen, aber keine Geschichte, die man zu Ende erzählen könnte. Für Taulant Shehu bedeutet Tanz eine komplexe Mischung aus den Bewegungen der Tänzer, der Musik und den eigenen choreographischen Ideen.

Weitere Vorstellungen

10.1.2020 | 20.00 Uhr
Künstlerhaus Mousonturm

Sa 18.1 & So 19.1.2020 | 20.00 Uhr
Staatstheater Darmstadt, Kammerspiele

Sendung, hr2-kultur, Kulturfrühstück, 10.1.2020, 7:30 Uhr

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