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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Vorbereitung der documenta fifteen 2022: "Das klappt erstaunlich gut!"

documenta-15-Künstlerkollektiv Ruangrupa

Die nächste documenta ist für 2022 in Kassel geplant und die Hoffnung ist groß, dass sie stattfinden kann. Die aktuelle künstlerische Leitung, das Kollektiv Ruangrupa, kommt aus Indonesien. Wie man dennoch planen und guter Hoffnung bleiben kann, berichtet Geschäftsführerin Sabine Schormann.

Home Office und Videokoferenzen statt Reisen, wie tauschen Sie sich aus?

Die neue Documenta-Geschäftsführerin Sabine Schormann lächelt in die Kamera

Die meisten sind zu Hause, die Mitglieder des erweiterten künstlerischen Teams natürlich auch, in ihren jeweiligen Heimatländern. Wir haben die Treffen, die ab März in Kassel vorgesehen waren, ins Digitale verlegt. Das klappt erstaunlich gut - bei 30 Teilnehmern in zehn verschieden Ländern mit unterschiedlichen Zeitzonen! Wir machen jeden Tag Meetings von drei bis vier Stunden, die dann auch in Arbeitsgruppen auseinandergehen. Das wird von Ruangrupa auch sehr professionell gesteuert. Es wirklich nicht so anders als persönliche Treffen, das sind intensive und konstruktive Treffen. Wir hatten uns ja alle schon kennengelernt, deswegen funktioniert das gut. Und es gibt Künstler, die alles dokumentieren, in Zeichnungen etwa.

Das heißt, dass die Videokoferenz schon eine eigene Kunstform sind?

Ganz recht! Ich bin sicher, dass sich dieses zeichnerische Prinzip auf der documenta wiederfinden wird. Denn Ruangrupa hat als Konzept, möglichst transparent und offen zu sein. Sie wollen ja auch nicht nur mit Künstlern arbeiten, sondern mit lokalen Initiativen. Ab 2021 soll es schon Aktionen geben, wenn sich die Situation wieder verändert hat.

Sind zwei Jahre eine lange oder eine kurze Zeit zum Planen?

Zeit ist relativ... Je schneller sich das Leben normalisiert, desto einfacher wird ie Planung. Aber ich bin optimistisch, dass wir Antworten finden werden, was die Schwierigkeiten angeht. Sollte es so sein, dass sich die Welt in zwei Jahren immer noch im Shutdown befindet, müssen wir alles komplett überdenken.

Zitat
Wir wollen eine global ausgerichtete, kooperative und interdisziplinäre Kunst- und Kulturplattform schaffen, die über die 100 Tage der documenta fifteen hinaus wirksam bleibt. Unser kuratorischer Ansatz zielt auf ein anders geartetes, gemeinschaftlich ausgerichtetes Modell der Ressourcennutzung – ökonomisch, aber auch im Hinblick auf Ideen, Wissen, Programme und Innovationen. Zitat von Ruangrupa
Zitat Ende

Das Motto von Ruangrupa lautet Lumbung, was bedeutet das?

Das ist ein indonesisches Wort für Reisscheune, wo Vorräte gelagert werden. In Kassel sollen Ressourcen für eine gemeimnsame Zukunft zusammengetragen werden, gelagert und nach bestimmenten Kriterien und Werten verteillt. Das ist als kollektiver Ressourcen-Fundus zu verstehen, der auf dem Prinzip von Gemeinschaftlichekeit beruht und Ideen, Geschichten, menschliche Potentiale und Zeit zusammenführen soll - im Sinne der Nachhaltigkeit und vielen kulturellen Praktiken. Und alles unter dem Prinzip, dass verschiedene Disziplinen zusammenarbeiten. Es geht um Kooperation und Solidarität - wie gerade jetzt. Das ganze kann für die Welt einen positiven Anstoß darstellen.

Wie sehen Sie die Aufgabe von Kunst, unsere Welt zu einer besseren zu machen?

Kunst kann auf unsere positiven Potentiale hinweisen, gerade Ruangrupa ist als Gruppe so ausgerichet, dass sie nach Lösungen sucht. Das ist ein großes Wort, aber sie probiert Anstöße, in welche Richtung es gehen könnte. Wir können alle von der Art des Zusammen-Denkens dieser Künstler und der anderen Berufe profitieren!

Das Gespräch mit Sabine Schormann führt Daniella Baumeister, Abschrift gekürzt.
Sendung: hr2-kultur, Kulturcafé, 28.4.2020, 17:15 Uhr

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