Jakub Józef Orliński (Countertenor) und Michał Biel (Klavier)

Der erste Liederabend der Oper Frankfurt der neuen Saison: Zu Gast war ein Liebling des Publikums, der polnische Countertenor Jakub Jozef Orlinski, der als Rinaldo und zuletzt in der Oper Rodelinda entzückt hatte. Für seine Debüt-CD bekommt er im Oktober den Opus-Klassik-Preis.

Zum Ausdruck "Total geflasht" zu greifen ist hier angebracht: Das Publikum im bis zum dritten Rang gut besetzten Opernhaus war erst mucksmäuschenstill, dann voller Begeisterung für den Countertenor, für dessen Stimmlage es eigentlich keine Lieder gibt. Sein Repertoire bestand aus barocken Opernarien - und polnischen Liedern des 20. Jahrhunderts.

Gewagte und perfekte Mischung

Das passt auf den ersten Blick gar nicht, klang aber erstaunlich homogen, denn Affekte und Emotionen stecken natürlich in beiden Gattungen. Und dass barocke Arien auf einem modernen Konzertflügel begleitet wurden, war nur im ersten Moment seltsam, denn jeder Opernsänger übt mit Klavier und nur selten mit Cembalo. Pianist des Abends und großartiger Begleiter war Michal Biel. Jakob Jozef Orlinski arbeitet schon lange mit ihm. Biel spielt mit großem Ton, mit Pedal - und dort ganz fein und zurückhaltend, wo es nötig ist.

Zurecht gefeierter "Popstar"

Countertenor Orlinski ist ein Sänger mit einer berückenden Stimme und entzückt sein Publikum mit unglaublich leichten und klaren Höhen. Obwohl er sehr beweglich in den Koloraturen ist, bleibt er in Tongebung und Ausstrahlung männlich. Dass das Frankfurter Publikum im Parkett und auf den Rängen am Ende geschlossen stand und frenetisch applaudiert, hatte seine Berechtigung, selten wurde ein Interpret von Liedern wie ein Popstar gefeiert.

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 4.9.2019, 8:45 Uhr

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