Schloss Berlepsch
Luftschloss, aber echt: Schloss Berlepsch, auf einem Bergsporn der Anhöhen des Werratals gelegen Bild © picture-alliance/dpa

In der Sommerfrische in hr2-kultur bauen wir diese Woche Luftschlösser. Laut Wörterbuch "etwas Erwünschtes", etwas, "das sich jemand in seiner Fantasie ausmalt, was aber nicht zu realisieren ist". Das ist aber nur eine Variante. Wir haben noch ganz andere Formen von Luftschlössern gefunden.

Es wird schaurig

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Burg Frankenstein

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Monster, Mörder, Mythen - Die Burg Frankenstein und ihre Geheimnisse

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Dieses Luftschloss ist ein Ort, an dem man sich lange aufhalten möchte. Es sei denn – man gruselt sich gerne. Wir entführen Sie auf den Langenberg, südöstlich des Darmstädter Stadtteils Eberstadt gelegen. Hier liegt die Burg Frankenstein, eine Ruine aus dem 13. Jahrhundert – und gleichnamig mit Mary Shelleys weltberühmten Roman, der übrigens vor 200 Jahren erschien. Hat sich Shelley von der Burgruine inspirieren lassen? Was ist wahr, was ist Mythos?

Der Alchemist, Theologe und Arzt Johann Konrad Dippel, geboren 1673, soll hinter diesen Mauern mit Leichenteilen und mit dem Blut von Jungfrauen experimentiert haben. Mary Shelley soll davon erfahren und sogar die Burg bei Darmstadt gesehen haben. Eine Inspiration für ihr berühmtestes Werk Frankenstein oder Der moderne Prometheus (1818)? Beweise für diese Behauptungen gibt es nicht. Dippel und die Burg Frankenstein haben mit Shelleys Roman wahrscheinlich so wenig zu tun wie Vlad III. und die Burg Bran in Rumänien mit Bram Stokers Dracula-Roman. Aber ist es nicht viel aufregender und faszinierender, an das eigentlich Unmögliche zu glauben? Mary Shelley hat jedenfalls – ohne, dass sie es beabsichtigt hat – der alten Ruine bei Darmstadt einen weltweiten Ruf verpasst. Burg Frankenstein – ein Luftschloss.

Träumende Architekten

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Skyline Frankfurt

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Luftschlösser in der Architektur - Die Türme der Europäischen Zentralbank in Frankfurt

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Gebäude, die nur erdacht sind - oder Gebautes, das wirkt, als hätte es den Bodenkontakt verloren - bis hin zur Idee einer ganzen Stadt, die sich fortbewegen kann. Viele Architekten träumen davon Luftschlösser zu bauen.

Veränderbar wie Wolken bauen, so beschreibt  Wolf D. Prix das Konzept des Wiener Büros Coop Himmelb(l)au. Einen spektakulären Turm stellte Coop Himmelbau 2015 fertig: den Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Zwei ineinander verschlungene gläserne Hochhaustürme, mit einer Fassade, die nirgendwo gerade ist. Und in dessen gläserner Fassade sich die Wolken wunderschön spiegeln.

Heydar Aliyev Center in Baku von Architektin Zaha Hadid
Das Heydar Aliyev Center in Baku von Architektin Zaha Hadid Bild © picture-alliance/dpa

Erst 10 Jahre nach Gründung ihres eigenen Büros konnte Zaha Hadid 1993 ihr erstes Gebäude verwirklichen: ein Feuerwehrhaus in Weil am Rhein. Die Bauten der bislang einzigen weiblichen Pritzker-Preisträgerin wirken, als könnten sie fliegen und obwohl sie aus Beton gebaut sind, werden sie gerne mit fließendem Quecksilber verglichen.

Das vom deutschen Architekten Ludwig Mies van der Rohe entwickelte "Farnsworth House" in Plano bei Chicago
Das vom deutschen Architekten Ludwig Mies van der Rohe entwickelte "Farnsworth House" Bild © picture-alliance/dpa

Nahezu gottgleich kann sich ein Architekt beim Luftschloss-Bau auf der Modellplatte fühlen. So erging es dem berühmte Architekten Ludwig Mies van der Rohe. Er begann 1937 seine Planungen für ein Landhaus des Ehepaars Resor in Wyoming. Aus dem modernen Gebäude über einem Bach nichts wurde, doch Mies van der Rohe blieb dran und baute am Modell weiter.

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 23. und 24.7.2018

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