Ritterhelm Wartburg
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Sie waren Symbole von Macht und Reichtum, thronen bis heute auf Hügeln über Städten und bergen durchaus manches Geheimnis: Schlösser und Burgen sind kaum noch dem Adel vorbehalten, sondern müssen sich für Besucher öffnen, damit sie überleben, also erhalten werden können.

Kloster Altenberg - zwischen Wetzlar und Weilburg an der Lahn

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Kloster Altenberg

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ein Hort der Stille

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Das Kloster Altenberg im Lahntal ist etwas Besonderes. Gegründet wurde es vom Wanderprediger und Eremit Gottfried, der der Legende nach die erste Kapelle auf den Altenberg gebaut hatte und der in einer Vision weiß gekleidete Frauen auf dem Altenberg gesehen hat.

Kloster Altenberg
Das Kloster Altenberg, zwischen Wetzlar und Weilburg an der Lahn Bild © Stefanie Blumenbecker / hr

Sein Vorgesetzter, der Prämonstratenserabt von Rommersdorf stimmte der Gründung eines Nonnenklosters zu und so wurde ab ca. 1178 der Altenberg von Nonnen bewirtschaftet. Bis heute.

Die lebende Relique

Kloster Altenberg - Gertrud
Die heilige Gertrud, im Kloster Altenberg verewigt Bild © Stefanie Blumenbecker / hr

Die dritte Meisterin des Klosters, Magistra Genannt, wurde Gertrudis, die von 1248 bis 1297 der kleinen Glaubensgemeinschaft vorstand. Sie war die jüngste Tochter der als "Megaheiligen“ verehrten heiligen Elisabeth, die zur selben Zeit in Marburg lebte und wirkte. Noch zu Lebzeiten ihrer Mutter, vor allem aber nach deren frühzeitigem Tod wurde Getrud von ihren Zeitgenossen als lebendige Reliquie verehrt. Und so fanden die großen Pilgerströme, die es damals nach Marburg zog, häufig auch den Weg nach Altenberg, das zwischen Wetzlar und Weilburg an der Lahn gelegen ist. Wie ihre Mutter auch errichtete Getrud ein Hospital und half Arme und Kranke zu pflegen. Diese Hinwendung zum Menschen kann als der Beginn der Krankenfürsorge in Mitteldeutschland gesehen werden.

Altenberger Flügelretabel, um 1330 (Fotomontage)
Altenberger Flügelretabel, um 1330 (Fotomontage) Bild © Städel Museum

Durch die große Prominenz von Gertrud und ihre verwandtschaftlichen Beziehungen in den europäischen Adel erfuhr das Kloster durch Schenkungen und Stiftungen, sowie dem Beitritt vieler weiterer adliger Frauen im 13. und 14. Jahrhundert eine große Blüte. Die Klosteranlage wurde erweitert und die gotische Kirche an der Stelle einer älteren Kapelle errichtet. Sie wurde der Mutter Jesu, Maria, und dem Erzengel Michael 1268 geweiht. Die zu dieser Zeit entstandenen Wandmalereien sowie das Chorgestühl der Nonnen sind bis heute erhalten. Auch das Altarretabel, das zu den am besten erhaltendsten Beispielen von mittelalterlicher Malerei überhaupt zählt, ist in einem hervorragenden Zustand heute noch zu sehen, allerdings im Städelmuseum in Frankfurt.

Bis heute ist das das Kloster Altenberg ein Ort, der Ruhe spendet und Inspiration schenkt, auch wenn leider zu seinen Füßen eine stark befahrene Bundesstraße den Berg vom Fluss trennt. Kloster Altenberg, heute von der Königsberger Diakonie betrieben, ist ein Juwel für Kunst und Kulturinteressierte und für Menschen, die einen Ort der Stille suchen.

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Mehr zum Kloster Altenberg

auf der Homepage des Klosters

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Hoch im Norden - Schloss Friedrichstein

schloss friedrichstein
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In Bad Wildungen findet sich ein echtes Schmuckstück. Das Schloss Friedrichstein thront 300 Meter hoch auf einem Felsen und leuchtet mit seiner gelben Fassade weithin über das Land. Seinen Namen hat es von Friedrich Anton Ulrich, Fürst von Waldeck und Pyrmont, erhalten. Er hat die bereits seit dem Spätmittelalter an dieser Stelle existierende Burg umgebaut und in ein Barockschloss umgewandelt, das zunächst auch Wohnsitz der Fürstenfamilie war. Die Kellergewölbe des Mittelalters sind bis heute zugänglich und von dort kommt man auch zu dem Verließ, dass unter dem großen Turm zu finden ist. Auch dieser ist noch ein Überbleibsel des mittelalterlichen Gebäudes.

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schloss friedrichstein

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Gerade weil das Schloss nicht übermächtig groß ist, ist es ein Ort zum Wohlfühlen." Schloss Friedrichstein im Portrait

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Nachdem zu Beginn des 18. Jahrhunderts dann das Residenzschloss in Arolsen fertiggestellt wurde, zog die Fürstenfamilie um und nahm ihr gesamtes Mobiliar mit. Erhalten blieben die Kunstwerke vor Ort wie die prachtvollen Stuckaturen von Andreas Gallasini sowie die Deckengemälde von Carlo Caselli.  Ein besonders schönes Beispiel findet sich in den privaten Räumen des Frauentraktes: „Die Zeit (dargestellt durch den griechischen Gott Kronos) enthüllt die Wahrheit“ (eine halbnackte Frauenfigur in strahlender Schönheit).

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zur Bildergalerie Schloss Friedrichstein

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Vor allem im 20. Jahrhundert hat das Schloss verschiedene Nutzungen durchlebt und sollte in den 60er Jahren sogar an einen arabischen Scheich verkauft werden. Heut findet sich hier der umfangreiche Sammlungsbestand der Hessischen Militär- und Jagdgeschichte. Von der mittelalterlichen Rüstung und gewaltigen Schwertern und Gewehren bis zu den mit Intarsien geschmückten Prunkwaffen des Barock und den Armbrüsten des Fürstensohnes lässt sich lebendige Geschichte bestaunen. Große Gemäldegalerien präsentieren in Portraits die Fürsten von Waldeck, die Landgrafen von Hessen, Jérome Napoleon, französischen Besetzer und König von Westfalen und die vielen Generäle, die die wehrhafte Grafschaft von Hessen-Kassel durch wechselvolle Zeiten führten.

Als Besucher kann man das gesamte Schloss erkunden, vom Keller bis zum Dachboden, vom Verließ bis zum Glockenturm. Besonders schön sind die Raumfolge von Fürst und Fürstin, die immer privater und intimer werden und die heute noch zum Verweilen einladen. Gerade weil das Schloss nicht übermächtig groß ist, ist es ein Ort zum Wohlfühlen. Von der Terrasse hat man einen wunderschönen Blick über das Land und der Höhepunkt ist vielleicht am Ende die selbstgemachte Torte im Schlosscafé.

Weitere Informationen

Mehr zu Schloss Friedrichstein in Bad Wildungen

auf der Seite der Museumlandschaft Hessen Kassel

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Die Renaissance lässt grüßen - Schloss Weilburg an der Lahn

Schloss Weilburg
Über der Lahn thront es: das Weilburger Schloss Bild © Imago

Dieser Ort ist wirklich ideal für einen Sommerausflug. Licht, Schatten, Schönheit, Kultur, Geschichte, Ruhe und gute Luft. All das findet man im Schloss und Schlossgarten von Weilburg an der Lahn. Die Anlage liegt eindrucksvoll auf einem Bergsporn und in einer Schleife des Flusses. Der Blick gleitet über die terrassenförmig angelegten Gärten auf die bewaldeten Hügel in der Ferne. Unten, im Fluss schwimmen Schwäne. Es ist ein bisschen wie auf einem alten Gemälde.

Dabei ist die Schlossanlage historisch hochinteressant, denn es handelt sich nicht um ein geschlossenes Ensemble, sondern um verschiedene Bauabschnitte, die sich harmonisch zu einem Ganzen fügen. So ist hier das besterhaltendste Renaissance-Schloss in ganz Hessen zu finden, eine Vierflügel-Anlage, die den Schlosshof umschließt. Es waren Graf Philipp III und sein Sohn Albrecht von Nassau-Weilburg,  die zwischen 1533 und 1572 das Schloss errichteten, dass den Grafen von Nassau-Weilburg über 200 Jahre als Residenz diente. Ganze Raumfolgen sind noch aus der Zeit des 16. Jahrhunderts, Decken und Wandmalereien inklusive. Auch Holz- und Steinböden aus der Zeit sind noch erhalten. Daneben finden sich aber auch vollständig eingerichtete Zimmer aus dem 18. Und 19. Jahrhundert mit all der Eleganz und Pracht, zu der die Zeit fähig war.

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Schloss Weilburg

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Perlen an der Lahn: Schloss und Schlossgarten von Weilburg

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Seine Kavaliersreise führte Graf Johann Ernst (1675 – 1719) nach Versaille, wo er zwei Jahre blieb (und Schulden an den Spieltischen auftürmte). Begeistert von der Architektur und den Gartenanlagen des französischen Hofes ließ er auch in Weilburg an und umbauen. Der Baumeister Julius Ludwig Rothweil gestaltete den Komplex zu einem Gesamtkunstwerk.

Der Schlossgarten ist tagsüber öffentlich zugänglich, das Schloss im Rahmen von Führungen zu besichtigen. Insgesamt 35 Zimmer kann sich der Besucher erschließen, einschließlich Hofküche (komplett eingerichtet) und gräfliches Badezimmer mit einer Badewanne, die so tief ist, dass man in ihr stehen kann.

Weitere Informationen

Mehr zum Museum Weilburg

sowie Öffnungszeiten und Führungen finden Sie auf der Seite des Museums.

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Kulturort im Weinberg: Kloster Eberbach

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Kloster Eberbach

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Die Zisterzienser waren gewiefte Weinhändler" Die Geschichte von Kloster Eberbach

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Kloster Eberbach, die Zisterzienser-Abtei im Rheingau zählt zu den Hauptspielstätten des alljährlichen Musikfestivals. In der romanischen Basilika werden große Chor- und Orchesterwerke aufgeführt, im Kreuzgang unter freiem Himmel Kammermusik. Anlass, sich einmal der langen Geschichte der Abtei zu widmen. Birgitta Söling hat einen Blick ins 12. Jahrhundert zurückgeworfen.

Konzertort im Rheingau: Schloss Johannisberg

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wie aus Tennishallen Konzertsäle werden können - Das Schloss Johannisberg im Rheingau

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Blick auf die Weinberge und Schloss Johannisberg im Rheingau , das auch in diesem Jahr wieder zu den führenden Veranstaltungsorten des Rheingau Musik Festivals gehört. Birgitta Söling hat sich deshalb auf den Weg gemacht, die Geschichte von Schloß Johannisberg zu erkunden.

Vor der Toren Darmstadts: Schloss Kranichstein

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Jagdschloss Kranichstein

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Von hier aus wurden Jagden zelebriert, es wurde bequem abgeschossen". Das Jagdschloss Kranichstein

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"Das Jagdschloss Kranichstein ist ein ehemaliges Jagdschloss im gleichnamigen Stadtteil Kranichstein im Norden Darmstadts. Es wurde ab 1578 für Landgraf Georg I. von Hessen-Darmstadt errichtet." So trocken beschreibt es das Lexikon. Doch das Schloss ist heute mehr als Jäger-Treffpunkt: Ort für Bio-Detektive und Hochzeitgesellschaften.

Typisch Wien: Schloss Schönbrunn

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Schon schön: Schloss Schönbrunn in Wien

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Wer hier spazieren geht, hört nur die Vögel" Der Schlosspark von Schönbrunn mitten in Wien

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"Schloss Schönbrunn und sein barocker Schlosspark waren einst die ehemalige Sommerresidenz der kaiserlichen Familie. Heute zählt Schönbrunn zu den schönsten Barockanlagen Europas und ist die beliebteste Sehenswürdigkeit in Wien! " So wirbt die österreichische Tourismusindstrie für ihren Magneten, der heute Hunderttausende anzieht.

Sendungen: hr2-kultur, im Kulturfrühstück, der Klassikzeit und im Kulturcafé ab 25.6.2018, 6:04 bis 18 Uhr

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