Christus in der Kelter - Skurriles in Hessen entdecken

Mitten in den Rebhängen oberhalb von Oestrich-Winkel im Rheingau stößst man auf eine sehr untypische Christus-Darstellung. Eine neue skurrile Entdeckung in Hessen.

Christus in der Kelter

An einer Weinbergskapelle prangt das Motiv, das neugierig macht. Da steht Christus aufrecht in einer massiven hölzernen Kelter, wie man sie z.B. im Kloster Eberbach noch sehen kann, und die dicke Spindel, mit der man die Weintrauben zerquetscht, scheint direkt auf seinen Scheitel zu drücken. Mit geschlossenen Augen ergibt er sich in sein Schicksal, während sein Körper sich von der Brust abwärts schon in roten Wellen verflüssigt.

Mehr als Blut und Wein

Nicht nur die Farbe rot verbindet die zwei Flüssigkeiten. Auch die Symbolik von Fruchtbarkeit und von Gewalt ist beiden schon im Alten Testament gemeinsam. Da erscheint der zornige Gott etwa bei Jesaja als der Keltertreter, der seine Feinde unter den Füßen zerquetscht wie der Winzer die Trauben. Später wandelte sich dann das Bild von Gott, dem Keltertreter, zu Christus, dem Getretenen. Die Kirchenväter waren die ersten, die in der gepressten Traube Christus selbst sahen. Und so tauchte das Motiv Christus in der Kelter dann als Darstellung in Klöstern und Kirchen auf.

In einem Meer aus grünen Reben steht die Kreuzkapelle an einer Wegkreuzung oberhalb von Oestrich-Winkel

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 15.7.2019

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