Gedenkstein mit Davidstern

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ist nichts mehr wie zuvor in Deutschland: Bei Pogromen fallen Nationalsozialisten über jüdische Geschäfte her, Wohnungen werden geplündert, jüdische Waisenhäuser und Schulen zerstört, im ganzen Land brennen Synagogen.

Tausende meist männliche Juden werden verhaftet und in Konzentrationslager gebracht. Auch heute, 80 Jahre später, ist die Geschichte gegenwärtig - zumindest bei den Überlebenden: Mirjam Pollin muss mit ansehen, wie in Hamburg die Synagoge in Brand gesetzt wird, wie ihr Vater verhaftet wird. Nur durch Glück bekommt sie einen Platz auf einem Kindertransport nach Schweden und überlebt so den Zweiten Weltkrieg. Das letzte Lebenszeichen ihrer Mutter ist ein Brief, dann verliert sich die Spur.

Gretel Baum-Merom wächst im Frankfurter Westend auf, emigriert 1934 nach Palästina und kann bis heute nicht überwinden, dass sie ihre Eltern nicht retten konnte. Vater und Mutter werden deportiert. Die 105-Jährige lebt heute in Haifa, liest Goethe, hat über ihre Familie ein Buch geschrieben und will erinnern an das, was war.

Auch Lilo Reis hat das Deutschland von 1935 in Erinnerung. Als junge Frau flieht sie nach Palästina, baut dort einen Moshav, ein genossenschaftlich organisiertes Dorf, mit auf und holt ihre Eltern nach – vor den Pogromen von 1938.

80 Jahre nach den Novemberpogromen sind sich alle einig: Die Geschichte darf sich nicht wiederholen.

Ein Beitrag von Silke Fries.

Sendung: hr2-kultur, Camino, 04.11.2018, 11:30 Uhr

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