Eine junge Frau genießt den warmen Frühlingstag mit einem Buch im Liegestuhl im Palmengarten.

Frankfurt, 1936: Menschenmassen strömen auf den Opernplatz und warten auf den Besuch Hitlers. In ihrem Roman "Nach Mitternacht" erzählt Irmgard Keun, wie die 19-jährige Susanne das Geschehen verfolgt. Voller Sehnsucht und Unruhe wartet sie seit ihrer Flucht aus Köln auf ein Lebenszeichen von ihrem Verlobten Franz.

Gemeinsam wollten sie einen Zigarettenladen aufmachen. Doch plötzlich taucht Franz aus dem Nichts vor ihr auf. Er wurde an die Gestapo verraten, hat den Denunzianten – den Besitzer eines Zigarettenladens – umgebracht und muss nun fliehen. Kurz vor Mitternacht muss Susanne sich entscheiden: Soll sie ihre Heimat verlassen, um mit Franz zu gehen?

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Das Literaturfestival

Frankfurt liest ein Buch
2. bis 15 Mai in Frankfurt und Umgebung
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Irmgard Keun schildert 48 Stunden durch die Augen ihrer Erzählerin, also den Alltag im nationalsozialistischen Deutschland. Mit genauer Beobachtungsgabe und scharfem Humor beschreibt sie die Erlebnisse, Gespräche und Widersprüchlichkeiten verschiedenster Menschen in dieser Zeit. Nach Mitternacht ist einer der wichtigsten Romane der deutschen Exilliteratur.

Irmgard Keun

Irmgard Keun, 1905 in Berlin geboren, feierte mit ihren beiden ersten Romanen, Gilgi – eine von uns und Das kunstseidene Mädchen sensationelle Erfolge. 1936 ging sie ins Exil und kehrte vier Jahre später mit falschen Papieren nach Deutschland zurück, wo sie unerkannt lebte. Im Literaturbetrieb der Nachkriegszeit konnte sie zunächst nicht an die Erfolge ihrer ersten Bücher anknüpfen, bis ihre Romane Ende der Siebzigerjahre von einem breiten Publikum wiederentdeckt wurden. Dazu zählt auch Nach Mitternacht, 1937 in den Niederlanden und seit 1980 im Claassen Verlag erschienen. Irmgard Keun starb 1982 und zählt heute zu den wichtigsten deutschsprachigen Autorinnen des 20. Jahrhunderts.

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"Ich versuche die Figuren zu fühlen"

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