Konzert Findet als Livestream statt! SH4iKH 9 extended / Johanna Summer / KUU!

51. Deutsches Jazzfestival Frankfurt
Drei Männer und eine Frau mit weißgefärbten Haaren

Ein eigens geschriebenes Programm des Frankfurter Nachwuchsstars Maximilian Shaikh-Yousef, eine der interessantesten neuen Pianistinnen des europäischen Jazz und die Frage "Ist es Rock? Jazz? Punk? Avantgarde?" - das erwartet Sie am zweiten Festivaltag im Livestream und in hr2-kultur.

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Livestream

Das Konzert findet als Livestream statt. Hier können sie es am 31. Oktober 2020 um 19.00 Uhr verfolgen.

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SH4iKH 9 extended 

Junge Jazzmusiker vor Mikrofonen

Elektrisierend, akustisch, filigran und brachial – derart widersprüchliche Adjektive drängen sich auf, wenn man "SH4iKH 9" hört. Hinter dem kryptischen Namen versteckt sich ein Nonett um den in Frankfurt geborenen Saxofonisten, Flötisten und Klarinettisten Maximilian Shaikh-Yousef. Für das diesjährige Deutsche Jazzfestival bekam der 28-Jährige den Auftrag, ein komplett neues Programm zu schreiben. Dafür erweitert Shaikh-Yousef sein Nonett um die Sängerin Veronika Morscher und erarbeitet zusammen mit ihr Kompositionen, die klangsinnlich orchestrierten Modern Jazz mit dem klassischen Stil eines Singer-Songwriters verbinden.  

Ausgeprägtes Formbewusstsein und Gestaltungsfähigkeit

Junger Mann vor Glasscheibe / Schwarz-weiss

Vor zwei Jahren erhielt Maximilian Shaikh-Yousef, Sohn eines Palästinensers und einer Frankfurterin, das Jazzstipendium der Stadt Frankfurt. Und schon da beeindruckte er durch sein für einen so jungen Musiker ausgeprägtes Formbewusstsein und seine Gestaltungsfähigkeit.  

Aufgewachsen in einem musikalischen Elternhaus kommt Shaikh-Yousef früh zum Klavier und mit 10 Jahren dann zum Saxofon. Er spielt in der Bigband der Frankfurter Schirn, später dann im LandesJugendJazzOrchester Hessen. An der Hochschule für Musik in Mainz studiert er Jazz und hebt aus dieser Zeit besonders seinen intensiven Unterricht bei Steffen Weber hervor, dem Saxofonisten u.a. der hr-Bigband. Ermutigt auch durch ihn, intensiviert Shaikh-Yousef die Arbeit an eigenen Kompositionen und Arrangements.  

Und der junge Musiker schreibt viel, für sein Quartett ebenso wie für seine größere Formation. Vielseitig und farbenreich ist die Musik des Maximilian Shaikh-Yousef, intensiv und sinnlich. Vervollkommnen möchte der Frankfurter seine Fähigkeiten jetzt noch durch ein Kompositionsstudium. Dafür geht er in diesem Herbst für zwei Jahre nach Amsterdam.  

Premiere mit Veronika Morscher

Junge Frau mit Mikrofon

Das neue Programm der erweiterten Formation „SH4iKH 9 extended“, das beim 51. Deutschen Jazzfestival Frankfurt seine Premiere erleben wird, schreibt Maximilian Shaikh-Yousef zusammen mit Veronika Morscher. Die österreichische Singer-Songwriterin und Jazzsängerin studierte u.a. am Berklee College in Bosten, lebt heute in Köln und ist bekannt u.a. durch das A Cappella Quartett „Of Cabbages And Kings“.  

Wir sind sehr gespannt auf dieses Konzert, Maximilian Shaikh-Yousef kündigt im Gespräch jedenfalls nichts Geringeres an als eine musikalische Wundertüte! 

Maximilian Shaikh-Yousef – Reeds, Flutes 
Veronika Morscher – Vocals 
Victor Fox – Reeds 
Pascal Klewer – Trumpet, Flugelhorn 
Stephan Geiger – Trumpet, Flugelhorn 
Philipp Schittek – Trombone 
Lukas Roos – Guitar 
Lukas Moriz – Piano 
Bastian Weinig – Bass 
Leopold Ebert - Drums 

 Johanna Summer 

Junge Frau mit gefalteten Händen vor gelbem Hintergrund

Selten hat eine neue CD solch begeisterte Reaktionen hervorgerufen wie die im Frühjahr erschienene Solo-Platte der jungen Pianistin Johanna Summer. Die in Plauen geborene Musikerin ist gerade mal 25 und gilt schon jetzt als eine der interessantesten neuen Pianistinnen des europäischen Jazz. "Eine kleine Sensation" schreibt die "Süddeutsche Zeitung" über Johanna Summer. Die Wochenzeitung "Die ZEIT" geht noch weiter: Die Musik der Pianistin mache vor Glück schwindelig! Und für Klavier-Ikone Joachim Kühn hat die Musikerin jetzt schon, in jungen Jahren, etwas Vollkommenes und vor allem Eigenes geschaffen.  

"Schumann Kaleidoskop" heißt die so gefeierte Solo-CD von Johanna Summer. Und tatsächlich hat sich die junge Pianistin sieben Kompositionen aus den Zyklen "Album für die Jugend" und "Kinderszenen" von Robert Schumann als Keimzellen für ausgedehnte Improvisationen gewählt. Diese Musik von Schumann kennt Johanna Summer schon lange, sie begann mit sieben Jahren mit klassischem Klavierunterricht und wurde schon früh von den kurzen Stücken Schumanns verzaubert. Doch auch der Jazz und besonders die kreative Freiheit der Improvisation faszinierten die Musikerin, ab 2013 studierte sie dann Jazzpiano an der Musikhochschule in Dresden.  

Beeindruckende Bildhaftigkeit

Die Musik von Johanna Summer entfaltet eine beeindruckende Bildhaftigkeit: Schumann-Motive und Fragmente gehen fließend und nahtlos über in freie und sprudelnde Improvisationen voller Dynamik, Spannung und Atmosphäre. Und dabei bestechen Virtuosität und ein wundervoller Anschlag ebenso wie die ungeheuer breite Ausdruckspalette. Vorsichtiges, zartes Suchen nach einzelnen Tönen entwickelt sich organisch zu schwelgerischer Melodienseligkeit, kraftvolle Grooves  wechseln ab mit atonal-mystischen Klangflächen. Alles sei improvisiert, von Anfang bis Ende, erzählt Johanna Summer, nur die Motive der Schumann-Stücke habe sie im Vorfeld festgelegt.  

Wir freuen uns darauf, beim Deutschen Jazzfestival Frankfurt mit Ihnen gemeinsam eine spannende und unvorhersehbare musikalische Reise antreten zu können, eine Reise in die erstaunliche Welt der Johanna Summer. 

Johanna Summer - Piano 

KUU!

Drei Männer und eine Frau mit weißgefärbten Haaren

Die Presse reagierte mit einhelliger Begeisterung auf das 2018 erschienene Album "Lampedusa Lullaby", war sich aber in einer Frage uneins: Welchem Genre sollte man diese Musik zuordnen? "Ist es Rock? Jazz? Punk? Avantgarde?", fragte Fidelity und ein Rezensent bemerkte, es klinge, "als würden Hendrix, Frisell und Zappa ihre Spielchen treiben". Die Süddeutsche Zeitung legte den Focus auf die Stimme von Jelena Kuljić, "die ein Ereignis ist, mal dunkel grollend, dann auf jedem Wort als Einzelereignis insistierend, dabei unendlich schön, frei."

Die 1976 in Serbien geborene Sängerin und Schauspielerin ist das Kraftzentrum und der Ursprung der stilistischen Ambivalenz von KUU!. In ihrer Jugend machte Jelena Kuljić Punkmusik, ging dann aber 2003 nach Berlin, um ausgerechnet Jazzgesang zu studieren. Dort lernte sie in dem finnischen Gitarristen Kalle Kalima einen Seelenverwandten kennen, ebenso interessiert an stilistischen Grenzüberschreitungen. Von Kalima stammen der Name der Band, dem finnischen Wort für Mond, die meisten Kompositionen und auch einige Texte. Die meisten anderen hat Jelena Kuljić geschrieben und beide thematisieren sie immer wieder auch unbequeme Themen wie etwa Hater oder die Flüchtlingskrise. Mehr als die Texte fasziniert aber die Musik von KUU!, weil hier herausragende Instrumentalisten einen eigenständigen Gruppensound zwischen Jazz und Rock aushandeln.  

Affinität zum Rock

Kalle Kalima besitzt von den dreien vermutlich die größte Affinität zum Rock, unlängst dokumentiert auf einem gemeinsamen Album mit dem norwegischen Bluesmusiker Knut Reiersrud. Dass er im Lauf seiner Karriere auch mit einem Ästheten wie Tomasz Stanko oder einem Freigeist wie Anthony Braxton zusammengearbeitet hat, zeigt das weite Spektrum seiner Interessen und seines Könnens. Frank Möbus, bekannt geworden mit "Der rote Bereich", ist ähnlich breit aufgestellt, aber im direkten Vergleich eher der Mann für das harmonisch avancierte und melodisch ziselierte Linienspiel des zeitgenössischen Jazz. Live inspirieren sich diese beiden Gitarrenvirtuosen gegenseitig und lassen zu keiner Minute den fehlenden Bass vermissen. Dazu trägt natürlich Schlagzeuger Christian Lillinger maßgeblich bei. Zuletzt konnte man ihn auf dem Deutschen Jazzfestival Frankfurt mit Christopher Dells „Boulez Materialism“ erleben. Die filigrane Nervosität, die er in solch frei agierenden Projekten praktiziert, kombiniert er bei KUU! mit einer druckvollen Rockattitüde, die dem Bandsound einen enormen Schub verleiht.  

 Dreh- und Angelpunkt jedes Live-Konzerts von KUU! ist aber die temperamentvolle Jelena Kuljić, die die Songs mit ihrer kraftvollen und ausdrucksstarken Stimme nicht nur singt, sondern auslebt und ausagiert. Kein Wunder, dass sie inzwischen auch eine beeindruckende Schauspielkarriere absolviert hat mit Stationen etwa am Maxim-Gorki-Theater, am Wiener Burgtheater und an den Münchner Kammerspielen.  

Jelena Kuljić - Vocals  
Kalle Kalima - Guitar
Frank Möbus - Guitar 
Christian Lillinger - Drums

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