Konzert Jazzfestival Clubnacht

53. Deutsches Jazzfestival Frankfurt
Zwei Männer in bunte Anzügen vor einer bunten Wand

Am Freitagabend wird erstmals die Szene der lokalen Jazzveranstalter*innen und -clubs gefeatured: Der Jazzkeller, der dieses Jahr sein 70. Jubiläum feiert, die Jazz-Initiative, die Fabrik in Sachsenhausen, die Milchsackfabrik und die jungen Macher von Jazz Montez stellen jeweils spannende Acts im Rahmen des Festivals vor.  

Hier finden Sie alle Konzerte im Überblick

Was wäre die Frankfurter Jazzszene ohne die örtlichen Clubs und Veranstalter? Vermutlich nicht existent!

Vor sage und schreibe 70 Jahren schaufelte Carlo Bohländer zusammen mit Musikern und Fans den Bombenschutt aus dem Keller in der Kleinen Bockenheimer Straße 18a und spendierte ihm ein Notdach. Das Haus darüber war wie praktisch die gesamte Altstadt der Bombardierung zum Opfer gefallen. Im August 1952 öffnete das "Domicile du Jazz" zum ersten Mal seine Türen.

Seitdem dient der Jazzkeller, wie er bald von allen genannt wurde, als "Stammkneipe, Vereinsheim und Trainingslager" (Volker Kriegel) und genießt auch in internationalen Musikerkreisen einen legendären Ruf. Seit dem Tod von Eugen Hahn, 35 Jahre lang Betreiber und Seele von Deutschlands dienstältestem Jazzclub, führt sein Sohn Philipp den Jazzkeller mit kreativer Energie und gewohnt hohen musikalischen Standards in die Zukunft. 

Gründer- und Unternehmergeist verbunden mit Leidenschaft für die Musik: das zeichnet alle aus, die sich für die Livejazz-Szene in Frankfurt engagieren. Mit großer Sympathie und nicht geringem Lokalstolz richten wir deshalb das Spotlight des Deutschen Jazzfestivals Frankfurt am publikumsträchtigen Freitagabend auf fünf dieser umtriebigen Macher*innen und Locations.  

Neben dem Jazzkeller ist die Jazz-Initiative Frankfurt der zweitälteste Veranstalter und mit Konzerten an verschiedenen Orten in Frankfurt regelmäßig aktiv. Unter anderem ist der 1991 aus einer Musikerinitiative entstandene Verein seit fast 20 Jahren für die traditionsreiche Reihe "Jazz im Palmengarten" verantwortlich.

Für das Deutsche Jazzfestival lädt er in die Romanfabrik ein, wo das Projekt "Chords on End - Frankfurt Sound Revisited" um Manfred Bründl seine Premiere erlebt. Der Bassist, der seit 1996 eine Professur in Weimar versieht, lebte zuvor in Frankfurt, wo er unter anderem im Quartett von Heinz Sauer spielte. Mit dem Pianisten Bob Degen und dem Schlagzeuger Thomas Cremer ist die komplette Rhythmusgruppe dieses Quartetts wieder vereint. Ergänzt wird sie von Tony Lakatos am Saxofon und auf den Notenpulten liegen Kompositionen von Musikern der Frankfurter Szene jener Jahre.  

Die aktuelle Szene verkörpert dagegen Ivan Habernal. Der tschechische Bassist lebt seit einigen Jahren in Frankfurt und wurde 2021 mit dem Jazzstipendium der Stadt ausgezeichnet. Er tritt mit seinem Septett auf, dessen Musik von Jazz, Fusion und mehr inspiriert ist. Veranstaltet wird das Konzert von der Fabrik Sachsenhausen, die seit mehr als 10 Jahren zu einer wichtigen Bühne für Jazzacts aus ganz Deutschland geworden ist. Weil das Industriedenkmal saniert wird, konnte mit der ebenfalls in Sachsenhausen gelegenen Alten Seilerei eine spannende Location-Alternative gefunden werden.  

Charles Unlimited

Der umtriebige Kulturverein Milchsackfabrik, der seit sechs Jahren im Frankfurter Gutleutviertel ein Industriedenkmal mit Leben erfüllt, zündet zum 100. von Charles Mingus eine hoch originelle, möglicherweise sogar explosive Kerze auf dessen Geburtstagstorte. Neben dem Frankfurter Gitarristen Martin Lejeune wird das Quartett mit Saxofonist Lömsch Lehmann, Bassist Matthias Debus und Schlagzeuger Erwin Ditzner von drei profilierten Instrumentalisten und ausgesprochenen Individualisten der Mannheimer Szene geprägt. Beste Voraussetzungen, um das Mingus’sche Oeuvre einer zeitgemäßen Entgrenzung zuzuführen.

Als jüngste Veranstalter im Bunde sind die umtriebigen Macher von Jazz Montez mit im Boot und kombinieren zwei Acts am späteren Abend. Der junge Berliner Keyboarder Moses Yoofee fusioniert mit seinem virtuosen Trio Hip-Hop, Broken Beat, Fusion und Psychedelic Jazz. Zu den hochkomplexen Beats von Schlagzeuger Noah Fürbringer spielt Bassist Roman Klobe nicht nur fette Bassgrooves sondern gelegentlich auch virtuose Gitarrensoli. Auf ähnliche Einflüsse, ergänzt um Soul, Funk, Afrobeat, Highlife u. a., beruft sich auch das Londoner Duo Blue Lab Beats. Produzent NK-OK und Multiinstrumentalist Mr. DM nennen ihre Musik "Jazztronica" und sind seit 2020 beim legendären Blue Note Label unter Vertrag.  

20 Uhr Chords on End - Frankfurt Sound Revisited, Jazz-Initiative Frankfurt in der Romanfabrik  

Ticketpreise: normal: 20 € / ermäßigt: 15 € / JIF-Mitglieder: 15 €  

Tickets sind ab einem späteren Zeitpunkt hier verfügbar: https://romanfabrik.reservix.de/events  

20 Uhr Ivan Habernal Septett, Alte Seilerei ("Fabrik außer Haus")  

Ticketpreise: tba 

Tickets sind ab einem späteren Zeitpunkt hier verfügbar: https://www.die-fabrik-frankfurt.de/tickets  

Tickets sind auch an der Abendkasse erhältlich 

 20 Uhr Charles Unlimited, Milchsackfabrik (Studio 294)  

Ticketpreise: normal: 16 € zzgl. VVK-Gebühr / ermäßigt: 8 € zzgl. VVK-Gebühr 

Tickets sind im Vorverkauf hier verfügbar: https://milchsackfabrik.ticket.io 

 21 Uhr Act wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben, Jazzkeller  

Ticketpreise: tba 

Tickets sind ab einem späteren Zeitpunkt hier verfügbar: https://tickets.jazzkeller.com/ 

22 Uhr Moses Yoofee Trio und 23:30 Uhr Blue Lab Beats, Jazz Montez  

Ticketpreise: normal: 25 € / ermäßigt: 10 € 

Tickets sind ab einem späteren Zeitpunkt verfügbar 

Konstantin Krimmel
Portrait Nils Landgren
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Portrait Wolfgang Haffner
Beim Konzert am 3. August 2019 im Renaissancehof des Weilburger Schlosses.