Christoph Ransmayr

Der österreichische Schriftsteller und Essayist erhält den nach dem Frankfurter Publizisten Ludwig Börne benannten und mit 20.000 Euro dotierten Preis für herausragende Essays, Kritik und Reportagen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vergibt in diesem Jahr als Preisrichter den Ludwig Börne Preis 2020. Ursprünglich für Mai geplant, wird der Preis jetzt am 1. November in der Frankfurter Paulskirche überreicht.

Zitat
„Die Reden und Reportagen Ransmayrs zeichnen sich durch genaue Weltbeobachtung und tiefe Menschlichkeit aus. In Zeiten geprägt von Uneinigkeit und Abgrenzungen, hält er auf emphatisch-aufklärerische Weise das Einende hoch. Weder Nation, noch Konfession, noch Stand, noch Geschlecht sind es, die für ihn zählen, sondern allein die Gleichheit der Menschen und das Geheimnis der Existenz.“ Zitat von Aus der Begründung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
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Vorherige Preisträger waren unter anderen der Literat Hans Magnus Enzensberger, Ex-Bundespräsident Joachim Gauck, der Philosoph Peter Sloterdijk, der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, "Spiegel"-Gründer Rudolf Augstein, FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher und im letzten Jahr Eva Menasse.

Christoph Ransmayr wurde 1954 in Wels in Oberösterreich geboren. Er studierte Philosophie in Wien, wo er heute – nach Jahren in Irland und auf Reisen quer durch Asien und Amerika – wieder lebt. In seinen Romanen wie "Die letzte Welt" (1988), "Morbus Kitahara" (1995), "Der fliegende Berg" (2006), "Atlas eines ängstlichen Mannes" (2012) oder "Cox oder Der Lauf der Zeit" (2016) verknüpft Ransmayr historische Begebenheiten mit Fiktionen. Oftmals schildert er dabei grenzüberschreitende Erfahrungen und bearbeitet historische Ereignisse, verbindet und bricht sie mit Momenten aus der Gegenwart.

In seinen "Spielformen des Erzählens", bislang zehn Bände, erkundet der Autor die unterschiedlichen Weisen des Schreibens, Berichtens, Sprechens und Erzählens: Tirade, Duett, Verhör, Bildergeschichte, Schauspiel und weitere mehr. Für seine Bücher, die in mehr als dreißig Sprachen übersetzt wurden, erhielt er zahlreiche literarische Auszeichnungen, unter anderem den Friedrich-Hölderlin Preis, die nach Friedrich Hölderlin, den Kleist-Preis, den Premio Mondello und, gemeinsam mit Salman Rushdie, den Prix Aristeion der Europäischen Union, den Prix du meilleur livre étranger und den Prix Jean Monnet de Littérature Européenne.

Ludwig Börne auf einem Gemälde von Moritz Oppenheim

Die renommierte Auszeichnung erinnert an den aus dem jüdischen Ghetto in Frankfurt stammenden scharfzüngigen Autor, der ein Vorkämpfer für bürgerliche Freiheiten war und als Begründer des politischen Feuilletons gilt.

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