Esther Dischereit

Die Autorin Esther Dischereit erhebt immer da ihre Stimme, wo sie es für nötig erachtet. So mischte sie sich in die Walser-Bubis-Debatte ein, war Beobachterin des NSU-Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestags und veröffentlicht im August dieses Jahres die Dokumentation "Hab keine Angst, erzähl alles! Das Attentat von Halle und die Stimmen der Überlebenden". Genauso wie für Jüdinnen und Juden setzt sich die Schriftstellerin auch für die Anliegen der Sinti und Roma oder für Geflüchtete ein.

Denn wo man um Hilfe gebeten werde, da hilft man eben – das hält sie für einen wesentlichen Teil der jüdischen Kultur seit den Erfahrungen des nationalsozialistischen Terrors.

Esther Dischereit wurde 1952 als drittes Kind einer Holocaust-Überlebenden und eines Psychiaters in Heppenheim geboren. Sie ging in Darmstadt zur Schule und studierte die Fächer Germanistik, Politik und Sport in Frankfurt, wo sie sich politisierte und schließlich als Kommunistin Ausbildungsverbot erhielt. Über zehn Jahre arbeitete Esther Dischereit in Schichtarbeit in der Produktion, machte eine Ausbildung als Schriftsetzerin und engagierte sich auch in dieser Lebensphase gewerkschaftlich. Inzwischen ist sie längst Suhrkamp-Autorin, lebt in Berlin und verfasst Lyrik, Erzählungen und Romane, genauso wie Theaterstücke und Hörspiele und Essays.

Julika Tillmanns sprach mit der jüdischen Schriftstellerin aus Heppenheim.

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland
Wir porträtieren jüdische Schriftstellerinnen mit Wurzeln in Hessen.

Sendung in hr2-kultur am 28.07.2021 um 15:05 Uhr.