Menschenmassen auf Wiese

Der Roman "Grenzgang" war Stephan Thomes Debüt als Schriftsteller. Er führt tief in die Geschichte Biedenkopfs: Alle sieben Jahre findet hier der "Grenzgang" statt, ein historisches Fest, bei dem ein altes Ritual beschworen wird.

Seit dem 17. Jahrhundert laufen die Biedenköpfer beim Grenzgang die Gemarkungsgrenzen ab und kontrollieren sie – bis heute.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Stephan Thome über den Grenzgang

Stephan Thome
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Stephan Thome ist in Biedenkopf mit dem Grenzgang aufgewachsen. Sein Roman erschien 2009 im Suhrkamp Verlag und hatte auf Anhieb großen Erfolg. Stephan Thomes Sprache sei "so taufrisch wie die Landschaft des gewählten Schauplatzes", schrieb die F.A.Z. Das Buch wurde für die Shortlist des Deutschen Buchpreises nominiert und erhielt den aspekte-Literaturpreis. 2013 wurde es für die ARD verfilmt. Stephan Thome erzählt, was es mit dem Grenzgang "historisch" auf sich hat:

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Rundgang mit Stephan Thome

Biedenkopf
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Der 1972 in Biedenkopf geborene Autor lebt inzwischen mit seiner Familie in Taipeh, der Hauptstadt von Taiwan. Alle sieben Jahre aber kann man ihm in Biedenkopf begegnen, zum Grenzgangsfest reist er selbstverständlich in die Heimat.

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Das Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf erzählt auf 1.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche Hinterländer Kulturgeschichte aus 900 Jahren. Auch die Geschichte des "Grenzgangs" wird hier durch viele Ausstellungsstücke illustriert und erläutert.

Das Grenzgangfest in der Diskussion

Seit dem 17. Jahrhundert laufen die Biedenköpfer ihre Grenze ab. Längst ist daraus ein Volksfest geworden, bei dem ein Ritual von Generation zu Generation weitergetragen wird. Bis zu 20.000 Menschen kommen alle sieben Jahre, um gemeinsam die Stadtgrenze abzulaufen und im Wald ihre Heimat zu feiern. Angeführt wird der "Grenzgang" durch die Symbolfigur des "Mohren". Dargestellt wird er von einem im Gesicht mit schwarzer Farbe bemalten und in schwarzer Uniform gekleideten Mann. Das stieß beim jüngsten Grenzgang 2019 auf Kritik.

Vermehrt werden Stimmen laut, die die Jahrhunderte alte Tradition rassistisch nennen. Ein Grenzgang ohne "Mohr" – das ist für viele Menschen in Biedenkopf jedoch undenkbar. Schließlich sei die Figur hoch angesehen, erklärte der Grenzgangsverein. Auch für Schriftsteller Stephan Thome ist sie eine positive Figur, die wertgeschätzt und gewürdigt wird. Aber auch er findet: Es gibt Diskussionsbedarf!

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