Der Ausschnitt zeigt Judith in Jacopo Ligozzis "Judith und Holofernes" von 1602

Von Gott zu Quentin Tarantino: Eine außergewöhnliche Ausstellung nimmt erstmals den Topos "Rache" in der jüdischen Kulturgeschichte in den Blick. Die Schau spannt einen Bogen von biblischen Erzählungen über rabbinische Schriften, judenfeindliche Mythen und jüdische Legenden bis hin zu populärkulturellen Erzählungen. In ihrem Zentrum stehen Zeugnisse der Ermordeten, die Rache für das Verbrechen der Schoa einfordern.

Die Ausstellung "Rache: Geschichte und Fantasie" präsentiert verschiedene Formen der Selbstermächtigung über die Jüdinnen und Juden zugefügte Gewalt. Sie beginnt mit einer Requisite aus Quentin Tarantinos Film "Inglourious Basterds" und endet mit einer Videoinstallation zu popkulturellen Rachedarstellungen. Dazwischen entwickelt sie einen Parcours, der zwischen historischen Geschichten und kulturellen Erzählungen oszilliert. Neben rächenden Figuren in der hebräischen Bibel geht der Rundgang sowohl auf rabbinische Schriften wie auch auf judenfeindliche Verschwörungsmythen ein. Er thematisiert Legendenfiguren wie Lillith und Golem ebenso wie jüdische "Outlaws", die sich als Piraten und Räuber oder "Kosher Nostra" organisieren. Zentrum des Rundgangs bilden die wenigen historischen Racheakte, die Jüdinnen und Juden an Repräsentanten des Nationalsozialismus verüben.

Zur Ausstellungsankündigung auf www.juedischesmuseum.de