Schild "Kein Platz für Hass" in Hanau

Was tun gegen Hass und Hetze? Das wollten die - zwischenzeitlich abgesagten - Frankfurter Römerberggespräche ausführlich beleuchten. Wir haben mit dem Journalisten Hasnain Kazim und der Aktivistin Kübra Gümüşay gesprochen.

Hetze und Gewalt begreifen einige schon als legitimes Mittel, fundamentalen Widerspruch und politische Gegnerschaft auszudrücken. Was kann man dagegen machen? Argumentieren und den Extremismus bekämpfen - wie, das wollten die Frankfurter Römerberggespräche am Samstag ausführlich beleuchten. Die Veranstaltung wurde abgesagt. In hr2-kultur sprechen wir mit vorgesehenen Teilnehmer*innen darüber.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hasnain Kazim: "Den Mund aufmachen und sagen: 'Hört mal, Ihr überschreitet Grenzen!'"

Hasnain Kazim
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Der Journalist Hasnain Kazim hat nach zahlreichen persönlichen Anfeindungen und vielen Beobachtungen gute Argumente gegen das Wegschauen und Weghören: "Auf sie mit Gebrüll! ... und mit guten Argumenten. Wie man Pöblern und Populisten Paroli bietet" heißt sein jüngstes Buch.

Im hr2-Gespräch erläutert er, warum es in einer Gesellschaft durchaus verschiedene Meinungen geben dürfe, die man aber auch entkräften oder kritisieren sollte. Nur wenn extremistische Position vertreten würden, die als "Meinung" kundgetan würden, müsse der Staat eingreifen.

Die Autorin, Rednerin und Aktivistin Kübra Gümüşay schreibt und referiert zu den Themen Internet, Politik, Feminismus und Rassismus. Ihr Buch "Sprache & Sein" ist gerade bei Hanser erschienen. Ihr Vortrag ist überschrieben mit "Zweifeln, Zögern, Zukunft – wie freies Sprechen möglich wird".

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kübra Gümüşay: "Wir brauchen Räume, in denen wieder diskutiert werden kann!"

Kübra Gümüşay
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Sie sagt: "Wir kommen gar nicht mehr dazu, die Fragen der Zukunft konstruktiv zu diskutieren, zu zögern und öffentlich zu zweifeln, weil wir uns ständig positionieren müssen. Wir können keine Fragen mehr stellen, die uns selbst auch nicht bequem sind, weil wir permanent damit beschäftigt sind uns gegen die Extreme in Stellung zu bringen."

Haltung sei ungemein wichtig in einer Demokratie - "aber wenn Haltung permanent stattfinden muss, wenn man Energie dazu aufwenden muss, dass alles nicht noch schlimmer wird, dann stagnieren wir als Gesellschaft." Das Anhandenkommen der Räume, in den wir zweifeln und Zukunft denken können, sei ein eklatantes Problem.

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 16.3.2020, 8:45 Uhr

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