Mystisch, erdig, spirituell - und von der ersten bis zur letzten Minute gut für Gänsehaut, so klingt "Ma Olen Maa Peal Võõras", das erste Album von 6hunesseq. Das Frauenquartett präsentiert darauf alte Choräle und Volkslieder zusammen mit Runo-Gesängen. Der Bandname 6hunesseq (spricht sich Ö-hu'nässä aus) und viele der Songtitel sind teils in Zahlen statt Buchstaben geschrieben - weil es für bestimmte Vokale aus der südestnischen Sprache Võro keine Entsprechung im lateinischen Alphabet gibt. Aber nicht nur die Schreibweise ist bei 6hunesseq besonders. Die Musikerinnen bringen die traditionellen Texte und Melodien mit Stimmen, Trommeln, Geige, einer Rosshaar-Harfe und - das ist ungewöhnlich - einer Pfeifenorgel auf die Bühne. Mit ihrem faszinierenden Sound sind 6hunesseq ein Teil der Folk-Welle, die Estland nach der erneuten Unabhängigkeit 1991 gepackt hat. Weitere Gäste an der Hörbar sind die deutsche Liedermacherin Desiree Klaeukens, der malische Gitarrenvirtuoso Vieux Farka Touré, der US-Songwriter Marc Cohn - und viele andere mehr…

Autor: Melanie Aschenbrenner

Quelle: © Hessischer Rundfunk

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